Andere im Internet beleidigen: Muss das sein?

Von: me
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Schon Kinder können es sehr schwer haben: Im Internet kann man schnell zu Täter oder Opfer werden. Das ist nicht gut. Foto: dpa

Aachen. Es war einmal ein Mädchen, das mehr wog als andere. Ein anderes Kind sagte: „Du bist eine fette Sau!“ Das dicke Mädchen war sehr traurig und hat bei seiner Mama geweint. Die Mama hat das Mädchen getröstet. Am nächsten Tag, es war Sommer, hat ein Kind von hinten das T-Shirt des dicken Mädchens hochgezogen. Und das fiese Mädchen hat ein Foto gemacht. Das hat es mit dem Zusatz „fette Sau“ gepostet.

Nun konnte man im Internet das Foto des dicken Mädchens sehen. Das Mädchen wurde darüber so krank, dass es monatelang nicht zur Schule gehen wollte. Erst nach einer Behandlung durch Seelenärzte, Psychologen, fand das Mädchen wieder so viel Selbstvertrauen, dass es eine andere Schule besuchen konnte.

Diese Geschichte hat Professor Christian Pfeiffer bei einem Vortrag für unsere Leserinnen und Leser am Dienstagabend im Forum S der Sparkasse in Aachen erzählt. Die Geschichte ist nicht erfunden. Professor Pfeiffer hat sie erzählt, weil so etwas oft in Schulen passiert. Das ist Cybermobbing, also Mobbing übers Internet.

Professor Pfeiffer kennt viele Zahlen, denn er und sein Kriminologisches Forschungsinstitut in Hannover sammeln Daten über Gewalt gegenüber Kindern und zwischen Kindern. Er sagt, dass das Cybermobbing an Gymnasien besonders häufig vorkomme, mehr als an den anderen Schultypen.

Er findet das echt schlimm. Er sagt aber auch, man könne das schnell ändern. Erstens sollten Lehrerinnen und Lehrer noch genauer auf die Kinder achten. Und zweitens sollten die Kinder in den Klassen eine Übereinkunft treffen. Sie sollten sich gegenseitig versprechen, kein Cybermobbing mehr zu machen. Denn seine Umfragen haben zum Beispiel ergeben, dass viele Kinder sowohl Opfer als auch Täter sind oder waren, das aber lieber verschweigen.

Kinder und Jugendliche sollten besser offen über ihre Taten oder Probleme sprechen. Dann würden sie merken, dass sie nicht alleine dastehen. So könnte man leichter zu einer gemeinsamen Vereinbarung finden. Professor Pfeiffers Appell lautet: Versucht es mal!

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