Zickzackkurs im Rabental

Von: Georg Dünnwald
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Aachen. Die Beratungen über die Straßenplanung des Campus Melaten gehen in die Endrunde. Am Mittwoch diskutierten die Laurensberger Bezirksvertreter.

Am Donnerstag werden sich die Mitglieder im Planungsausschuss unter anderem mit dem geplanten Boulevard durchs Rabental auseinandersetzen (Saal 170, Verwaltungsgebäude Marschiertor, Lagerhausstraße, 17 Uhr), nächste Woche Mittwoch wird die Bezirksvertretung Aachen-Mitte gehört. Entscheiden wird schließlich der Mobilitätsausschuss (Verkehrsausschuss) nächste Woche Donnerstag.

Der kleine Sitzungssaal im Laurensberger Rathaus war am Mittwochabend über Gebühr gefüllt. Aber die Diskussion über den geplanten Boulevard kam nur schleppend in Gang. Bogenförmig soll der verlaufen, im Norden auf der Höhe des Seffenter Wegs und im Süden auf Höhe der Melatener Straße an die Forckenbeckstraße angebunden werden.

Einigen Bürgern aber ist dieser Boulevard ein Dorn im Auge. Grund genug für den grünen Bezirksvertreter Martin Knörzer zu beantragen, dass die Verwaltung den Erschließungsvertrag mit dem BLB (Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) schließen, aber auf den Boulevard verzichten soll.

SPD-Ratsherr Norbert Plum brachte Schärfe in die Diskussion. Er warf den Grünen „Wählertäuschung” vor - schließlich würden sie in der Ratsfraktion den Boulevard akzeptieren, in der Bezirksvertretung aber ganz anders argumentieren. „Sie streuen den Bürgern Sand in die Augen. Ich bin mal gespannt, wie Sie im Rat abstimmen”, sagte er zur Ratskollegin Karin Schmitt-Promny. Den ehemaligen politischen Mitstreitern warf Plum Doppeldeutigkeit vor. „5000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel”, gab er zu bedenken. Seine Partei betreibe verantwortungsvolle Politik, die Grünen täten dies nicht.

Karin-Schmitt-Promny, äußerlich wenig von Plums Vorwürfen beeindruckt, bezweifelte weiter den Sinn des Boulevards und mutmaßte: „Die planenden Architekten finden den Bogen, den diese Straße schlägt, zu schön.” Dabei werde die Umwelt zu sehr belastet, unterstützte sie ihren grünen Kollegen Knörzer. „Wir haben uns im Kommunalwahlkampf immer gegen einen Eingriff ins Rabental ausgesprochen, dazu stehen wir auch heute noch. Wir haben aber auch immer darauf hingewiesen, dass wir dafür eine Mehrheit brauchen”, konterte die Grünen-Politikerin. Nach alternativen Lösungen zu suchen, sei keine Wählertäuschung.

CDU und FDP hielten sich beim Schlagabtausch zwischen SPD und Grünen zurück. Die Bezirksvertretung entschied sich mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP für den Boulevard. Damit wird sich ein Teil der Laurensberger sicher nicht zufrieden geben.

Auch Naturschutz- und Umweltverbände können sich mit einem Boulevard überhaupt nicht anfreunden. Das zeigten sie bereits am vergangenen Samstag auf einer Demonstration, die vom Rabental bis vors RWTH-Hauptgebäude führte.
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