Welche Stadt braucht die Universität?

Von: Werner Breuer
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Auch der Campus Melaten soll s
Auch der Campus Melaten soll städtebaulichen Ansprüchen genügen. Darüber wird in einer Veranstaltungsreihe diskutiert. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Einfach nur irgendwie „hingestellt” - der Blick auf die Hochschulgebäude zwischen Forckenbeckstraße und Steinbachstraße ist für Hans-Dieter Collinet nicht gerade eine Augenweide.

Der Architekt und Vorsitzende des Fördervereins „aachen fenster - raum für bauen und kultur” kann sich städtebaulich Schöneres vorstellen. Und das soll ja auch kommen, gleich nebenan mit dem neuen Campus Melaten.

Für Collinet sind die ganzen Campus-Pläne ein „Jahrhundertprojekt”, bei dem neue „Stadträume” in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren entstehen. Er schwärmt von der „großartigen Chance, 70 Hektar Neuland zu planen und zu entwickeln”. Da ist es nicht verkehrt, mit anderen Universitätsstädten Erfahrungen auszutauschen.

Eine zentrale Frage dabei: „Welche Universität braucht die Stadt und welche Stadt braucht die Universität?” Diesem Thema widmet sich am kommenden Montag die Auftaktveranstaltung einer ganzen Reihe von Podiumsdiskussionen unter dem Motto „Campus im Vergleich”. Verglichen wird jeweils paarweise mit Hamburg und München, Göttingen und Heidelberg, Karlsruhe und Delft, Frankfurt und Ulm sowie Zürich und Wien. Bei fünf Veranstaltungen zwischen Januar und Mai kommenden Jahres würde Prof. Günther Schuh, einer der Geschäftsführer der Campus GmbH, gerne erfahren, wie andere Hochschulen mit ihrer jeweiligen Rolle in der Region umgehen. Vielleicht könne man dabei lernen, „wie wir unseren gesellschaftlichen Anspruch besser erfüllen können”, hofft Schuh. Schließlich gehe es nicht allein darum, dass die Hochschule ihre eigenen Interessen im Visier habe, sondern auch die Entwicklung der Stadt und der ganzen Region im Blick behalte. „Innovation und wirtschaftliches Wachstum können durchaus von den Universitäten ausgehen”, meint Schuh.

Über solche Themen mache man sich auch in anderen Univeritätsstädten Gedanken, weiß Hans-Dieter Collinet. Und da will der Förderverein „aachen fenster” - aufbauend auf früheren Diskussionsveranstaltungen der Initiative Aachen - den Blick darauf lenken, wie andernorts solche Projekte heutzutage organisiert werden.

Wie es früher war, weiß Klaus W. Heine, der stellvertretende Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW. Damals seien auf die Vorratsfläche für die Hochschule im Bereich Melaten eben jene „Klötze” für die Institute hingestellt worden. „Heute schaffen wir eine Infrastruktur über die Hochschulnutzung hinaus”, sagt Heine und verweist auf Kindergarten, Einzelhandel und Gastronomie. „Städtebauliches Leben” solle auf dem Campus entstehen.

Hans-Dieter Collinet hält das auch für geboten. Von Studenten hat er erfahren, dass ihnen in Aachen öffentliche Räume mit Aufenthaltsqualität fehlen. Der Architekt versteht den Wunsch: Es gebe solche Räume in der Stadt nicht, das seien bloß „Restflächen”. Aachen könne da „besser werden”, meint Collinet.

Muss es wohl auch: Zwar spiele im Wettbewerb der Universitätsstädte das Renommee der Hochschule eine wichtige Rolle, weiß Collinet, aber die Qualität der Archiketur eben auch. Beim Werben um die klügsten Köpfe komme es auch auf das urbane Umfeld an: „Studenten und Professoren gehen heute nicht mehr überall hin.”

Zum Auftakt der Reihe „Campus im Vergleich” diskutieren am Montag, 5. Dezember, der Geograph Prof. Peter Meusburger, Prof. Christiane Thalgott aus München, Prof. Kunibert Wachten von der RWTH, Prof. Günther Schuh von der Campus GmbH und Aachens Baudezernentin Gisela Nacken. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr Super C am Templergraben, 6. Stock.

Weitere Campus-Vergleiche gibt es am mit Hamburg und München(16.Januar 2012), Göttingen und Heidelberg (13. Februar), (Karlsruhe und Delft (12. März), Frankfurt und Ulm (Termin steht noch nicht fest) sowie Zürich und Wien am 21. Mai. An der Abschlussdiskussion werden auch OB Marcel Philipp und RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg teilnehmen.

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