Vor Auslandssemester immer Bafög-Anspruch prüfen

Von: Jürgen Freitag, dpa
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Bafög Ausland
Bafög auch im Ausland: Einen Antrag stellen lohnt sich für jeden Studenten, der mindestens ein Semester in einem anderen Land weiterstudiert. Foto: dpa

Hamburg. Studenten prüfen vor einem Auslandssemester besser, ob ihnen während des Aufenthalts Bafög zusteht. Einen Antrag zu stellen, lohne sich für jeden, erklärte Elisabeth Diederich vom Studierendenwerk Hamburg.

Denn im Ausland gelten höhere Bedarfssätze beim Bafög - dadurch können die Förderung auch Studenten erhalten, die innerhalb Deutschlands keinen Anspruch darauf haben. „Man sollte es deshalb in jedem Fall probieren.” Voraussetzung für die Förderung im Ausland ist, dass der Studienaufenthalt mindestens sechs Monate oder ein Semester dauert.

Studenten müssen den Antrag außerdem rechtzeitig stellen: „Bafög kann nicht rückwirkend ausgezahlt werden”, erläuterte Diederich. „Gezahlt wird erst ab dem Moment, wo ein Antrag vorliegt.” Damit das Geld pünktlich auf dem Konto eingehen kann, sollten die Fomulare spätestens sechs Monate im Voraus eingereicht werden.

Steht der Auslandsaufenthalt kurz bevor, ist aber noch nichts verloren. „Im schlimmsten Fall erhält man die erste Zahlung etwas später”, sagte Diederich. Auch wer schon im Ausland ist und den Antrag verschlafen hat, könne noch eine Förderung für die restliche Zeit beantragen. „Damit keine weitere Zeit verloren geht, sollte bei eiligen Fällen erst einmal ein formloser Antrag gestellt werden.”

Ansprechpartner sind die Studentenwerke. Dabei ist jedem Land ein Amt für Ausbildungsförderung zugeordnet. Wer zum Beispiel nach Spanien will, wendet sich an das Studentenwerk Heidelberg. In Chemnitz-Zwickau helfen die Mitarbeiter bei allen Fragen zu Russland, und für China ist das Studentenwerk Oldenburg zuständig. Eine Übersicht gibt es online unter http://www.bafoeg.bmbf.de/de/441.php. Bei den zuständigen Stellen gibt es auch die Formblätter mit den Nummern eins, drei und sechs, die für die Antragstellung nötig sind.

Auch die Höhe der Auslandsförderung hängt vom Ziel ab. Denn zusätzlich zum Bedarfssatz gibt es Zuschläge, die je nach Land unterschiedlich ausfallen. Der Höchstfördersatz im Ausland setzt sich aus einem Sockelbetrag von maximal 732 Euro im Monat und den Zuschlägen zusammen. So lassen sich höhere Lebenshaltungskosten geltend machen, wenn Studenten außerhalb der EU oder der Schweiz ein Auslandssemester absolvieren. Und es werden Zusatzkosten für die Krankenversicherung angerechnet. Außerdem übernimmt das Bafögamt Reisekosten: Außerhalb Europas sind es für eine Hin- und Rückfahrt je 500 Euro, innerhalb Europas je 250 Euro. Erstattet werden außerdem bis zu 4600 Euro für Studiengebühren.

Die Summe wird wie bei der Inlandsförderung zur einen Hälfte als Zuschuss und zur anderen als zinsloses Darlehen gewährt. Einzige Ausnahme ist der Zuschlag für die Studiengebühren - dieser wird komplett als Zuschuss gewährt und muss nicht zurückgezahlt werden.
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