Von B.A. bis c.t.: Das Hochschul-Glossar für Studienanfänger

Von: Tobias Schormann, dpa
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Hochschul-Glossar für Studienanfänger
In der ersten Uniwoche prasseln auf Studenten viele Informationen ein. Dass sie nicht alles auf Anhieb verstehen, ist ganz normal. Foto: dpa

Bonn/Hannover. In den ersten Unitagen ist es oft schwer, sich auf dem Campus zurechtzufinden. Schließlich prasseln auf Studienanfänger so viele neue Begriffe ein, dass ihnen schnell der Kopf schwirrt. Da ist es normal, dass sie ab und zu nur Bahnhof verstehen.

Wer sich zum Semesterstart auf dem Campus verläuft oder planlos durch die Bibliothek irrt, dem muss das nicht peinlich sein - das passiert jedem einmal. Damit es nicht soweit kommt, sollten Erstsemester folgende Begriffe kennen:

B.A. UND M.A.: Auf einen Bachelor oder Master läuft das Studium inzwischen für die meisten Erstsemester hinaus. Drei Viertel aller Studiengänge sind laut der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn bereits auf die neuen Abschlüsse umgestellt. Neben dem Bachelor und Master of Arts (B.A. und M.A.) gibt es aber noch andere Arten: In Chemie bekommt man einen Bachelor of Science (B.Sc.) und in Maschinenbau meist einen Bachelor of Engineering (B.Eng.). Eingeführt wurden die Abschlüsse im Zuge der Bologna-Reform, die bis 2010 einen einheitlichen europäischen Hochschulraum schaffen soll.

OE: Die Orientierungseinheit (OE) ist eine Einführungswoche für Studienanfänger. Dabei zeigen ältere Studenten den Grünschnäbeln, wo es langgeht. „Und sie ist die beste Gelegenheit, um Kontakte zu anderen Kommilitonen zu knüpfen”, sagt Elke Mittag, Studienberaterin an der Universität Hannover. Erstsemester müssen aufpassen, dass sie die OE nicht verpassen - sie findet in der Regel eine Woche vor dem Vorlesungsbeginn statt.

S.T. ODER C.T.: Man steht pünktlich im Hörsaal, aber der ist leer? Dann haben Studenten wahrscheinlich das Kürzel „c.t.” hinter der Uhrzeit übersehen. „Das steht für cum tempore, zu deutsch "mit Zeit", und bedeutet, dass die Veranstaltung nicht zur vollen Stunde beginnt, sondern erst eine Viertelstunde später”, erläutert Andreas Archut, Sprecher der Universität Bonn. Andernfalls steht im Vorlesungsverzeichnis „s.t.”, was für „sine tempore” steht, also „ohne Zeit”. Diese 15 Minuten nennt man auch das Akademische Viertel.

KVV: Unter Vorlesungen wie „Theorien der Interkulturalität” oder „Stochastik II” kann man sich nur wenig vorstellen. Abhilfe schafft hier das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis (KVV). Darin wird erläutert, was hinter dem Titel steckt. Außerdem wird oft angegeben, welche Literatur gelesen werden muss und welche Prüfungen anstehen.

BPO UND MPO: Die Studien- und Prüfungsordnungen (BPO im Bachelor, MPO im Master) sind nicht gerade eine unterhaltsame Lektüre. Ein Blick hinein lohnt sich aber: Sie geben Aufschluss darüber, wie das Studium am besten geplant wird und wann sich ein Auslandsaufenthalt unterbringen lässt. Es empfehle sich daher, sie vor Studienbeginn mit einem Tutor oder Studienberater durchzugehen und sich erklären zu lassen, wann welche Abschnitte anstehen, rät Mittag.

CREDIT POINTS UND ECTS: Für jedes besuchte Seminar erhalten Studenten Credit Points. Sie bemessen sich laut der HRK nicht nur nach den Semesterwochenstunden, die für den Besuch anfallen, sondern nach dem Lernaufwand, also der Vor- und Nachbereitung. Studenten sammeln schon vom Studienbeginn an Kreditpunkte für ihren Abschluss. Die Endnote hängt damit nicht mehr nur von den Abschlussprüfungen ab wie früher. Das European Credit Transfer System (ECTS) soll dabei sicherstellen, dass Studienleistungen bei einem Hochschulwechsel leichter anerkannt werden.

JK32/102 ODER „WIWI-BUNKER”: Die Raumbezeichnungen in der Uni sind oft eine Wissenschaft für sich. Am besten besorgen sich Studienanfänger einen Raumplan, bevor es losgeht, rät Archut. Außerdem gilt es, rasch die gängigen Spitznamen zu lernen: An der Freien Universität Berlin studieren Geisteswissenschaftler zum Beispiel in der „Rostlaube”, in Hamburg gibt es den „Philosophenturm” und den „Wiwi-Bunker”, und an der Uni Hannover heißt ein Gebäude gar „Nirvana”. Wer sich da verläuft, muss sich nicht schämen. „Einfach durchfragen, das kann jedem mal passieren”, empfiehlt Mittag.

STABI UND UB: Die Staats- und Unibibliotheken sind oft riesig. Es lohnt daher, sich am Semesterbeginn zeigen zu lassen, wie man ein gesuchtes Buch in ihren Datenbanken findet und es dann bestellt. „Das ist eine gut investierte Zeit, weil man später nicht mehr so lange braucht, um nach Literatur zu suchen”, sagt Archut. Auch passiert es dann nicht so leicht, dass man statt der Germanistik-Einführung ein Buch über Quantenphysik in der Hand hält.

12979078: Die Matrikelnummer sollte man stets zur Hand haben, rät Mittag. Sie ist eine Art Identifizierungsnummer, unter der man in der Uni registriert ist. Man braucht sie, um einen Bibliotheksausweis zu bekommen oder seine Noten im Aushang zu erfahren. Sie steht auf der Immatrikulationsbescheinigung oder dem Studentenausweis.
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