Vom Handy bis zum Toaster: Elektrotechnik hat viele Facetten

Von: dpa
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Dresden. Einen Morgen ohne die Errungenschaften der Elektrotechnik muss man sich ungefähr so vorstellen: Kein Radiowecker klingelt, kein heißer Kaffee kommt aus der Maschine, und statt eines knusprigen Toasts liegt nur eine blasse Scheibe Weißbrot auf dem Frühstücksteller.

Denn alles, was mit Strom läuft, hat irgendwie mit Elektrotechnik zu tun. Und dazu gehören heutzutage eine ganze Menge Dinge. Das macht Absolventen in dem Fach zu gefragten Experten.

„Elektrotechnik ist ein Fach mit vielen Anwendungsbereichen - entsprechend groß ist auch die Bandbreite im Studium”, sagt Monique Rust von der Technischen Universität Dresden. So könnten Studenten sich auf viele verschiedene Bereiche spezialisieren: Von Nanotechnologie und Fahrzeugelektronik über Mobilfunknetze bis hin zu Energietechnik reicht die Palette.

Die späteren Einsatzbereiche sind vielfältig: Absolventen arbeiten bei Stromversorgern oder kümmern sich um die Elektronik neuer Modelle bei Autobauern. Außerdem sind sie in der Medizintechnik tätig oder bauen MP3-Player in der Unterhaltungselektronik.

Bis sich Studenten mit solchen praktischen Dingen beschäftigen, ist es aber ein weiter Weg. Denn zu Beginn des Studiums stehen zunächst Fächer wie höhere Mathematik, Physik und Informatik auf dem Lehrplan. „Das ist am Anfang sehr lernintensiv”, sagt Rust. Die ersten Semester seien daher eine Hürde für viele Studienanfänger. „Da ist es schon sehr theoretisch, und man weiß nicht immer gleich, was das mit der Arbeit später zu tun hat.”

Viele Einsteiger in dem Fach sind diesen Anforderungen nicht gewachsen. So fehlen Studienanfängern oft die nötigen Kenntnisse in den theoretischen Grundlagenfächern, ergab eine Umfrage des Branchenverbandes VDE in Frankfurt/Main unter 200 Professoren des Fachs.

Das dürfte einer der Gründe dafür sein, warum die Abbrecherquote vergleichsweise hoch ist: An Universitäten wirft jeder Dritte (33 Prozent) angehende Elektrotechniker das Handtuch, an Fachhochschulen sind es sogar 36 Prozent. Das geht aus einer Studie des Hochschul-Informationssystems (HIS) in Hannover hervor, das die Daten von Absolventen des Jahres 2006 ausgewertet hatte. Der VDE rechnet sogar mit Abbruchquoten von bis zu 50 Prozent.

Wegen des Mangels an Fachkräften im MINT-Bereich - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - haben Absolventen aber selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise gute Jobaussichten. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen in der Branche rechnen damit, dass sie in den kommenden Jahren nicht genug Fachkräfte finden werden, um ihren Bedarf zu decken, hat der VDE ermittelt. Bislang müssen vier von fünf Absolventen den Angaben zufolge weniger als zehn Bewerbungen verschicken und höchstens drei Vorstellungsgespräche absolvieren, um eine Stelle zu finden.

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