Uni-Cup: In der Verlängerung hüpfen tatsächlich alle zusammen

Von: Robert Flader
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Manch einer bewegt sich noch etwas wackelig auf dem Eis. Das macht aber nichts. Das Duell Maschinenbauer gegen Mediziner beim RWTH Sport Eishockey Uni-Cup soll hauptsächlich Spaß machen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Dass es mit der Titelverteidigung in diesem Jahr schwieriger wird als im vergangenen, schwant Karin Makowski schon beim Betreten des weiten, eisigen Geläufs in der Tivoli-Eissporthalle. Ein bisschen wackelig auf den Beinen ist sie, beeindruckt von der riesigen Kulisse der 3000 Zuschauern auch. Willkommen beim Eishockey Uni-Cup.

Nun, es ist einfach etwas anderes, wenn man, wie die 20-Jährige noch 2009, im Fanblock steht und lautstark anfeuert oder, wie bei der 2010er Auflage des traditionellen Uni-Events, selbst auf Kufen dem Puck hinterher jagen muss. „Das ist Wahnsinn, was hier los ist”, sagt Makowski, die im dritten Semester Maschinenbau an der RWTH studiert.

Drei Fachschaften treten an

Und Wahnsinn ist vielleicht genau das richtige Wort, um den Uni-Cup, der seit 2002 (immer Anfang Dezember) fest zum Veranstaltungskalender der RWTH gehört, zu beschreiben: Jedes Jahr treten die drei Fachschaften Maschinenbau, Medizin und Elektrotechnik gegeneinander an. Zunächst die Professoren, dann die Studentinnen und schließlich die männlichen Kufencracks. Knapp 3000 Studierende auf den Rängen verwandeln die Eissporthalle unterdessen in ein Tollhaus.

Der Uni-Cup, das bedeutet neben dem sportlichen Wettkampf auch: Cheerleader-Shows, Alkohol, Party, bengalische Feuer in den Blöcken, Maschinenbauer, die sich über Mediziner lustig machen, Elektrotechniker, die postwendend die „Maschis” verhöhnen. Kleinere Raufereien auf dem Eis und die Übergabe der „Thyssen-Krupp-Trophy” in der Discothek „Starfish” inbegriffen.

Karin Makowski ist jetzt, wie gesagt, mittendrin - statt irgendwie nur dabei. Mit ihren „Aachen Steelers” will sie das schaffen, was den Medizinern vor Jahren nicht geglückt ist: Den Uni-Cup ein viertes Mal in Folge gewinnen. Erfahrungen mit dem Eis hat sie, wie alle anderen Spieler auch, noch nicht gesammelt.

Doch der Wettkampf, der für viele Aktive und Fans mehr als eine Frage des Prestiges ist, beginnt erfolgreich: Nach der Vorrunde führen die Steelers deutlich, Karin Makowski bereitet ein Tor mustergültig vor. Der Party bei den Medizinern, bei denen die Damen geschlossen in „Joker”-Kostümen ihren Gegnern auf dem Eis das Fürchten lehren wollen, tut das keinen Abbruch. Die E-Techniker haben sich für Barbie und Ken entschieden. Outfit und Atmosphäre, Grundvoraussetzung für einen gelungenen Abend.

Das registriert oben in der „VIP-Lounge” auch der RWTH-Kanzler: „Die Stimmung ist gigantisch”, freut sich Manfred Nettekoven. „Der Uni-Cup ist mehr als nur Sport, er bekräftigt die emotionale Bindung zur RWTH.”

3000 Euro für den guten Zweck

Die „ganz nebenbei” auch noch etwas für den guten Zweck tut: Die Einnahmen der Veranstaltung gehen an zwei Wohltätigkeitsprojekte, zum einen an die Organisation „Herzkrankes Kind Aachen” (1000 Euro), zum anderen an „Right To Play Nederland” (2000 Euro).

Es ist mittlerweile spät geworden, doch der Wettkampf ist noch nicht vorbei, die Trophäe noch nicht vergeben, der Vorsprung der Maschinenbauer geschmolzen.

Karin Makowski und ihre Mädels müssen noch einmal aufs Eis. „Unsere Fans sind die verrücktesten, die werden uns schon zum Sieg treiben.” Sie wird Recht behalten: Die Maschinenbauer siegen ganz knapp, dafür unterliegen sie beim Cheerleader-Preis den „Medical Strikers”.

In der Verlängerung feiern dann alle Fachschaften zusammen. Sie singen: „Wer nicht hüpft, der ist (k)ein Maschi, hey, hey...”
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