Umweltfreundlichkeit als Ziel für Campus

Von: Joachim Rubner
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Aachen. Als große Chance für Aachen bewertet der Verkehrsclub Deutschland (VCD) den Bau der Campus-Bereiche auf Melaten und dem Westbahnhof.

Die zu erwartende große Bautätigkeit biete auch die einmalige Möglichkeit, für den Öffentlichen Personennahverkehr, für Fahrradfahrer und für Wohnungssuchende enorme Verbesserungen zu schaffen.

Wie bekannt, sollen bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, hierdurch befürchtet der VCD ein erheblich steigendes Verkehrsaufkommen, das aber in geeignete Bahnen gelenkt werden könne. „Von vornherein ist es möglich, eine zukunftsweisende Verkehrserschließung umzusetzen, die die Belastung in der Stadt reduziert und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet”, sagt Ralf Oswald, Vorstandsmitglied des VCD Aachen-Düren.

Der VCD schlägt daher ein Verkehrskonzept mit einer „Euregiotram” und einem Campus-Radweg vor. „Mit der Euregiotram greifen wir die Idee einer Campus-Bahn auf und entwickeln sie weiter”, sagt Sabine Neitzel, ebenfalls Vorstandsmitglied des VCD.

Eine reine Erschließung der Campus-Gelände und der Technischen Hochschule in der Innenstadt sei nicht geeignet, wesentliche Anteile des Verkehrsaufkommens auf sich zu ziehen. Eine Euregiotram sei allerdings in der Lage, die Verbindung der Campus-Standorte, die Anbindung an die City und auch an die Region zu garantieren. „Der VCD schlägt daher vor, diese Überlegungen bereits in die vorgesehene Machbarkeitsstudie aufzunehmen. Die Bahn selbst wird zwar erst gebaut, wenn die Campus-Gelände bezogen sind. Dies wird sicherlich erst Mitte des nächsten Jahrzehnts sein, aber schon jetzt muss man die Trassenführung genau berücksichtigen, so dass man beim Bau der Bahn ausreichend Platz hat”, fordert Oswald.

Eine hochwertige Radverbindung, wie sie bei ähnlichen Großprojekten in den Niederlanden absolut gängig sei, kann nach Meinung des VCD zusätzlich einen großen Teil des Verkehrs zwischen den Hochschulstandorten übernehmen. Der Radweg müsse weitgehend autofrei, asphaltiert und drei bis vier Meter breit sein.

Alleenweg für Drahtesel

Eine maximale Steigung von nur drei Prozent sei anzustreben, ebenso die Vorfahrt an Querungen mit untergeordneten Straßen. „Es müsste ein Alleenweg mit Beleuchtung sein”, fordert Oswald. Würden diese Kriterien berücksichtigt, sei der Weg auch von Rollstuhlfahrern und Inlineskatern nutzbar. Dieser „Premiumradweg” soll dann gleichzeitig auch Vorbild für weitere Radrouten in und um Aachen sein.

Kurze Wege - das Motto soll auch für die Wohnungen der Mitarbeiter auf den Campus-Geländen gelten. „Je kürzer die Wege zwischen Wohnungen und Arbeits- und Studienplätzen sind, desto mehr Menschen werden die Füße oder das Fahrrad nutzen”, ist Oswald überzeugt. Die immensen Flächenpotenziale sollten dazu genutzt werden, eine Mischung aus Wohnen, Studieren und Arbeiten zu schaffen.

„Eine hochwertige Gestaltung der Campus-Standorte, die geplante Schienenanbindung, der Radweg und eine Vernetzung mit Naherholungsgebieten tragen dazu bei, das Gelände auch als Wohnstandort attraktiv zu machen”, sagt Oswald, der von Beruf Stadtplaner ist und weiß, dass nicht alle erforderlichen Wohnungen auf dem Gelände realisiert werden können. Deshalb sollen auch zusätzliche Wohnungen im Einzugsbereich der Euregiobahn entwickelt werden.

Die durchaus nicht geringen Kosten dieses Planes, die sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen dürften, hält der VCD für die Stadt Aachen mit Zuschüssen des Landes für bezahlbar.
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