Aachen - Turmbau zu Melaten: Campus soll „bis 70 Meter hoch” werden

Turmbau zu Melaten: Campus soll „bis 70 Meter hoch” werden

Von: Oliver Schmetz
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Wie hoch darf der Campus wachsen? Gutachter empfehlen eine Höhe von maximal 50 Metern. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Hoch hinaus wollen Hochschule und Stadt mit ihren Campus-Plänen, und das nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ganz real. Denn die Projekte an Melaten und am Westbahnhof sollen nicht nur in die Breite wachsen, sondern auch nach oben. Mindestens ein repräsentatives Hochhaus gehört zum Konzept, um der Bedeutung der RWTH und des Campus eine angemessene Präsenz im Stadtbild zu verschaffen.

Bloß: Wie hoch kann und darf gebaut werden, ohne dass das Stadtbild Schaden nimmt? Und wo soll der TH-Turm wachsen? Am Donnerstag, 19. März, befasst sich die Politik im Planungsausschuss mit diesen Fragen - und mit den Ergebnissen einer „Hochhausstudie”, die ein Planungsbüro eigens zum Campus erstellt hat.

Im vergangenen September ließen die Gutachter dazu kleine Zeppeline über Aachen aufsteigen, um eine mögliche Veränderung des Stadtbildes durch Hochhäuser zu simulieren.

Fakt ist: Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) plant aktuell einen Turmbau von „bis zu 70 Metern Höhe”, wie BLB-Sprecher Bernd Klass auf Anfrage bestätigt. Fakt ist aber auch, dass die Gutachter maximal Bauten bis 50 Meter Höhe befürworten - wobei sie wegen möglicher Messungenauigkeiten noch einen Aufschlag von 10 Metern einräumen würden. „Diese Empfehlungen basieren ausschließlich auf Aspekten des Stadt- und Landschaftsbildes und des Schutzes benachbarter Wohngebiete”, steht in der Studie.

Und: „Im Bebauungsplanverfahren sind sie mit anderen Aspekten abzuwägen.” Das heißt im Klartext: Im Endeffekt muss die Politik die Marke setzen, wo die Verträglichkeit aufhört und die Verschandelung des Landschaftsbilds beginnt. Zwist gibt es zudem bei der Standortfrage: Der BLB will mit dem Turmbau zu Melaten am liebsten im Bereich Seffenter Weg/Septfontainesweg ansetzen, was Gutachter und Stadtverwaltung allerdings ablehnen. Dort - an der Grenze zwischen bestehender Bebauung und Erweiterungsfläche - erfülle das Hochhaus nicht optimal seine Funktion als Eingangstor.

Außerdem würde es die Hofanlagen am Seffenter Berg deutlich stören, so die Verwaltung, und „im krassen Gegensatz zu der kleinen ländlichen Agglomeration im Tal stehen”.

Verwaltung und Gutachter favorisieren dagegen den Standort Forckenbeckstraße/Pariser Ring, Der sei aus städtebaulicher und denkmalpflegerischer Sicht wesentlich besser geeignet, obwohl auch dort bei einer Bauhöhe von 70 Metern „eine signifikante Beeinträchtigung” unvermeidlich wäre.

Doch diesen Platz hält der BLB nicht für praktikabel - und zwar sowohl aus bau- wie auch aus nutzungstechnischen Gründen. Der Standort liege in einer Senke, was den Hochhausbau kompliziert gestalte. Und genau dort sei ein Cluster mit Hightechforschung und vielen Laboren geplant, was eine Unterbringung im Hochhaus schon aus Brandschutzgründen verbiete.

Die Verwaltung hält diese Begründung zwar für nachvollziehbar, wähnt aber die besseren fachlichen Argumenten auf ihrer Seite. Der Politik wird empfohlen, im Campus Melaten nur ein Hochhaus am Standort Forckenbeckstraße/Pariser Ring zuzulassen.
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