TH-Campus: Mehrwert für Aachen riesig

Von: Sarah Thelen
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Hunderte Interessierte im SuperC: (v.r.) Harald Lange (BLB), die Professoren Christa Reicher und Günther Schuh sowie Architekt Gerhard Wittfeld stellten sich den Fragen von AZ-Redakteur Robert Esser zum Thema Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Er kommt, der neue RWTH Aachen Campus - und mit ihm sollen nicht nur beste Voraussetzungen für wissenschaftliche Spitzenforschung und -lehre geschaffen werden. Auch für die Aachener Bürger soll sich mit dem gigantischen Stadterweiterungsprojekt einiges ändern - und zwar zum Positiven.

Welchen Mehrwert wird das Quartier Campus den Aachener Bürgern bringen? Dazu standen jetzt die verantwortlichen Projektplaner Rede und Antwort.

Die erste von zunächst drei Info-Veranstaltungen zu diesem Thema, die die Initiative Aachen in Zusammenarbeit mit dem Zeitungsverlag Aachen und der RWTH Campus GmbH organisiert, stand unter dem Leitmotiv „Forschungselite und Lebensqualität”.

Der Prorektor der RWTH, Professor Günther Schuh, Harald Lange vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) sowie Stadtplanerin Professor Christa Reicher und Architekt Gerhard Wittfeld diskutierten unter der Moderation von AZ-Redakteur Robert Esser mit hunderten Bürgerinnen und Bürgern, was konkret in Stadt Aachen und Städteregion vom Campus zu erwarten ist.

Zunächst einmal wären da die Vorteile: 10.000 neue Arbeitsplätze, darunter 5500 direkt am Campus-Standort und 4500 weitere in der Städteregion. „Mindestens zwei Drittel der Arbeitskräfte sollen aus der Region rekrutiert werden, so dass sich der Wohlstand in Aachen deutlich erhöht”, so Professor Schuh.

Außerdem sollen durch die mittlerweile 19 Forschungscluster die interdisziplinäre Zusammenarbeit der topgeförderten Fachbereiche effizienter und Unternehmen der Hightech-Industrie an den Standort Aachen gebunden werden.

Campus-Geschäftsführer Schuh setzt auf den Dialog zwischen Hochschule und Industrie, zwischen Erfahrung und Innovation: „Wir wollen Seniormanagement an die RWTH holen, das heißt: Forscher, von deren Erfahrung die jungen Wissenschaftler profitieren.”

Damit Unternehmen und Campus-Mitarbeiter sich langfristig in Aachen ansiedeln, soll der neue Stadtteil abwechslungsreich und „mit architektonischem Charme” gestaltet sein. Das heißt, „hier soll nicht nur gearbeitet, sondern gelebt werden”, versprach Professor Christa Reicher, „Gastronomie, eine Kongresshalle und Freizeitangebote sind vorgesehen.”

Für die Aachener soll so das kulturelle Angebot ergänzt werden, die Lebensqualität deutlich steigen. Das geplante Kongresszentrum mit 3500 Sitzplätzen soll nicht nur wissenschaftlichen Tagungen Raum bieten und Aachen als Messestandort etablieren, sondern könnte gleichzeitig die von der Stadt Aachen geplante Multifunktionshalle ersetzen.

Hier könnten dann „große Konzerte aller Genres” stattfinden, „so, wie es sich für eine Stadt in Aachens Größenordnung eigentlich gehört”, bot Gerhard Wittfeld an. Das geplante Campus-Viertel verglich Wittfeld mit dem Frankenberger Viertel, „dies ist mittlerweile eins der gefragtesten, und auch hier hat es vor dessen Erschließung heftige Bedenken gegeben.”

Bis hierhin stießen die Campus-Pläne auf große Zustimmung bei den Bürgern. Bedenken äußerten diese jedoch hinsichtlich der notwendigen landschaftlichen Veränderungen. Vor allem das Rabental zwischen Uniklinik und Hörn würde durch die Campus-Allee und -bebauung „zerschnitten, teilweise ganz vernichtet”.

Harald Lange vom BLB verteidigte den aktuellen Bebauungsplan. Er berief sich auf einen Planungsbeschluss aus den Siebziger Jahren, der das heutige Rabental zur „Hochschulerweiterung” vorsehe.

Außerdem werde in eine große Ausgleichsgrünfläche investiert, so Lange. Der etwa von den Anwohnern des Seffenter Wegs befürchteten „enormen PKW-Verkehrsbelastung” wollen die Planer durch alternative Verkehrsmittel wie den Elektrobus beikommen.

Mit dem Thema Verkehr beschäftigen sich Experten und Bürger bei einer weiteren Info-Veranstaltung am 25. August, um 18 Uhr im SuperC.
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