Tausende Studenten demonstrieren in NRW

Von: dpa
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Tausende Studenten und Schüler haben am Dienstag in zahlreichen Universitätsstädten Nordrhein-Westfalens lautstark für bessere Studien- und Lernbedingungen demonstriert. Foto: ZVA

Köln/Düsseldorf. Tausende Studenten und Schüler haben am Dienstag in zahlreichen Universitätsstädten Nordrhein-Westfalens lautstark für bessere Studien- und Lernbedingungen demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren nahmen bis zum Nachmittag rund 15.000 Demonstranten an den Protestzügen in den Innenstädten unter anderem von Aachen, Köln, Düsseldorf und Bonn teil.

Die Demonstrationen durch die Innenstädte verliefen friedlich, allerdings gab es teilweise Verkehrsbehinderungen.

Unterstützung bekamen die Studenten von der Opposition aus SPD, Grünen und Linken sowie von den Gewerkschaften. Mit dem bundesweiten Streiktag erreichten die seit Tagen andauernden Studentenproteste ihren Höhepunkt.

In Aachen waren es mindestens 2500 Teilnehmer, in Köln zogen nach Angaben der Organisatoren rund 5000 Demonstranten durch die Innenstadt. In Düsseldorf sammelten sich laut Polizei rund 1000 Studenten und Schüler, nach Angaben der Organisatoren waren es rund 4000. In Bonn nahmen laut Organisatoren rund 3000 junge Leute an den Protestmärschen teil, nach Polizeiangaben waren es 1000. Auch in Siegen und Wuppertal kamen nach Polizeiangaben jeweils einige hundert Studenten und Schüler zu Protesten zusammen.

In Essen versammelten sich auf dem Universitäts-Campus nach Angaben des Studenten-Ausschusses rund 1000 Studenten zu Protesten gegen Studiengebühren und überlastete Studiengänge. „Bei den Banken sind sie fix, für die Bildung tun sie nix!", beschwerten sich die Demonstranten lautstark bei der Regierung. Mit Trommeln und Transparenten zogen die Studenten anschließend weiter in Richtung Innenstadt. Dort hatten sich bereits hunderte Schüler zu einer gemeinsamen Kundgebung versammelt.

Auch in anderen Städten des Ruhrgebiets wurden mehrere hundert Studenten zu Protesten erwartet. In Dortmund und Bochum sollten am Nachmittag insgesamt etwa 700 Demonstranten in der Nähe der Hauptbahnhöfe zusammentreffen.

In Münster rechnete die Polizei am Nachmittag mit bis zu 1000 Demonstranten, die Organisatoren erwarteten deutlich mehr Teilnehmer. „Wir wollen europaweit ein Zeichen setzen und auf auf die Misere im deutschen Bildungssystem aufmerksam machen”, sagte eine Sprecherin. Die Studenten hetzten nur noch von Veranstaltung zu Veranstaltung. Immer mehr brauchten psychologische Hilfe.

Die Proteste richten sich gegen überlastete Studiengänge, Studiengebühren, die chronische Unterfinanzierung der Unis sowie Mängel bei der Umstellung auf die internationalen Bachelor- und Master-Abschlüsse.

Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) bezweifelte, dass die Proteste die Meinung der rund 490.000 Studierenden in Nordrhein- Westfalen richtig wiedergeben. Bei einer Befragung von Absolventen der Ruhr-Universität Bochum habe die Mehrheit die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge positiv bewertet.

Die SPD beantragte eine Sondersitzung des Wissenschaftsausschusses im Landtag, um über Missstände an den Hochschulen zu reden. Die Studiengebühren müssten abgeschafft werden, forderten SPD, Grüne und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).

Grünen-Landeschef Arndt Klocke forderte die Hochschulleitungen auf, die Proteste zu unterstützen, statt besetzte Hörsäle räumen zu lassen. DGB-Landeschef Guntram Schneider sagte: „Die Studierenden haben allen Grund, sich gegen schlechte Studienbedingungen zu wehren. Das Bildungssystem ist chronisch unterfinanziert.” Die CDU- Landtagsfraktion verwies darauf, dass die CDU/FDP-Landesregierung den Wissenschaftsstandort NRW mit vier neuen Fachhochschulen massiv ausbaue.

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