Studium in England: Hart, aber gefragt

Von: Britta Gürke, dpa
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London. Sarah Zerback will hoch hinaus, und deshalb hat sie vor einiger Zeit eine Entscheidung getroffen: Die heute 28-Jährige studierte ein Jahr lang in London und machte dort ihren „Master” in Journalismus.

Das Ganze kostete rund 8000 Euro. Im Oktober ist sie fertig geworden und jetzt zurück in Duisburg. Es hat sich gelohnt, findet sie: „Das war ein spezielles Studienprogramm. Da gab es zum Beispiel ein Fernsehstudio. Das war super ausgestattet. Es gab tolle Dozenten von der BBC.”

Ähnlich wie Zerback zieht es jedes Jahr Zehntausende junge Menschen aus Deutschland und der ganzen Welt nach Großbritannien, denn von einem Studium auf der Insel versprechen sich viele deutlich bessere Karrierechancen. Dafür geben sie oft einiges aus, denn neben den Lebenshaltungskosten fallen hohe Studiengebühren an. Längst sind nicht mehr nur die Traditions- und Elite-Unis wie Oxford und Cambridge gefragt.

Zwar gehen aus Europa viele Studenten für einen Kurzaufenthalt über Austausch-Programme wie Erasmus an britische Unis. Hier entfallen die Studiengebühren. Doch wer ein komplettes Studium absolvieren will und kein Stipendium hat, der muss oft tief in die Tasche greifen.

Vor allem für junge Menschen aus Übersee wird es teuer, denn das britische System unterscheidet zwischen „Heim-Gebühren” für Briten und EU-Bürger und den deutlich höheren „internationalen Gebühren”. Außerdem hängt die Höhe der Summe von der Uni, der Region und dem Studiengang ab. Ein Medizin-Studium kann je nach Einstufung des Studenten bis zu 21 000 Pfund (25 000 Euro) kosten. Geisteswissenschaften kommen deutlich billiger.

Trotzdem ist die Zahl der internationalen Studenten an britischen Unis in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Allein aus China studieren Schätzungen zufolge derzeit 84 000 junge Leute in Großbritannien.

Zu den Studiengebühren kommen für viele besonders in der Hauptstadt London noch die hohen Lebenskosten dazu. „London ist insgesamt schon teuer”, sagt Zerback. „Die Mieten sind für Studenten eigentlich unerschwinglich.” Sie habe für ein kleines Zimmer rund 800 Euro im Monat gezahlt. „Die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch schon ziemlich teuer.”

Auch deshalb kann sie die Wut der britischen Studenten verstehen, die gegen ein weiteres Hochschrauben der Kosten auf die Straße gehen. Sie habe noch Freunde in England, und die seien alle ziemlich geschockt. „Bildung wird einfach zu teuer. Da wird so eine Zwei- Klassen-Gesellschaft entstehen, dass sich einige Leute Bildung einfach nicht mehr leisten können. Das finde ich schon erschreckend.”
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