Münster/Aachen - Studienplatzvergabe mit Mängeln

Studienplatzvergabe mit Mängeln

Von: dpa/abt
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Anlaufstelle für Studierende: Das SuperC ist das Service-Zentrum der RWTH Aachen. Foto: Harald Krömer

Münster/Aachen. Ein neues Computersystem soll die Verteilung der Studienplatzbewerber auf die Hochschulen einfacher machen. Die Landesregierung hat angeordnet, dieses System ab dem Wintersemester anzuwenden. Doch es funktioniert noch nicht richtig.

Die Hochschulen setzen darauf, dass die Einführung verschoben wird. Anfang kommender Woche soll entschieden werden. Die aufwendige Software ist bis jetzt nur für einige Studienfächer startklar. Und Lehramts-Anwärter und Bewerber, die zwei Fächer im Bachelor studieren wollen, können sich vorläufig auf keinen Fall darüber anmelden. Für sie müsste die Uni noch das alte System benutzen. „Beide Programme parallel zu benutzen, ist aber nicht praktikabel und geht zulasten der Studierenden”, klagt die Rektorin der Uni Münster, Ursula Nelles.

„Ob die beiden Systeme miteinander kommunizieren können, ist noch gar nicht klar”, bestätigt Kurt Kinny, Leiter des Studierendensekretariats der RWTH Aachen. Überhaupt, so Kinny, „haben wir keine Gewähr, dass das neue System funktioniert”. Man wisse nichts darüber, wie und wo diese Software getestet wurde.

Dabei sind sich Bund, Länder und Hochschulrektoren im Prinzip einig. Alle wünschen sich seit Jahren eine zentrale Stelle, an der sich Interessenten online für Studienangebote verschiedener Unis gleichzeitig bewerben können. Bekommen sie eine Zusage für ihren Wunschplatz, scheiden sie aus dem weiteren Verfahren aus. Zusagen von mehreren Unis sind damit ausgeschlossen. „So werden keine Plätze mehr blockiert”, so die Stiftung für die Hochschulzulassung, hochschulstart.de, die Nachfolgeorganisation der ZVS.

15 Millionen Euro hat der Bund für die Entwicklung des „dialogorientierten” Bewerbungssystems für die Numerus-Clausus-Fächer ausgegeben. Entwickelt wurde es von der Fraunhofer-Gesellschaft und der Firma T-Systems.

„Wir werden die Hochschulen zu nichts verpflichten, das technisch nicht funktioniert”, verspricht das NRW-Wissenschaftsministerium. Im Dialog mit den Universitäten will man nächste Woche eine Lösung finden. Die RWTH fände es vernünftig, so Kinny, den Start auf 2012 zu verschieben, oder es an wenigen Fächern auszuprobieren.
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