Studentenproteste in NRW gewinnen an Schärfe

Von: dpa
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Aachen. Die Studentenproteste gewinnen in Nordrhein-Westfalen an Schärfe: An zahlreichen Universitäten im Land wurden die Proteste am Freitag fortgesetzt und zum Teil auch ausgeweitet.

Die Universität Duisburg-Essen droht den 150 Besetzern des Haupthörsaals jetzt mit der Polizei. Der Rektor hatte angekündigt, die Besetzung des Audimax nur noch bis Freitagabend zu dulden. „Sollte die Polizei kommen, bleiben wir sitzen und lassen uns raustragen”, sagte ein Sprecher der Studenten.

An der RWTH Aachen besetzen rund 60 Studenten einen Hörsaal. Sie hatten den Raum nach einer Diskussion am Donnerstagabend nicht mehr verlassen, hieß es. Neben Duisburg-Essen ist Aachen die zweite Universität, die von den Protesten anhaltend betroffen ist.

An der Universität Bielefeld rückte am Freitagmorgen die Polizei an, um das besetzte Audimax zu räumen. Die Studenten hatten den Hörsaal jedoch vorher verlassen. Sie seien über den geplanten Einsatz informiert gewesen. „Wir halten das Vorgehen des Rektorats gegen den friedlichen und legitimen Protest der Studierenden für überzogen”, hieß es in einer Mitteilung.

Einen Hörsaal haben Studenten am Donnerstagabend auch an der Universität Münster mehrere Stunden lang belegt. Dort äußerten sie Kritik an den Studienbedingungen. „Wenn wir das Bildungssystem so formen könnten wie wir es uns vorstellen, würde das die Gesellschaft verändern”, sagte eine Sprecherin der Studenten. Statt einem „Nebeneinander” gebe es dann ein „ganz neues Miteinander”. Die Studenten fordern auch die Abschaffung der Studiengebühren.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Professor Margret Wintermantel, zeigte Verständnis für die protestierenden Studenten. Es sei richtig, dass sie sich „zu Wort melden und deutlich machen, dass ihre Studienbedingungen besser werden müssen”. Krawall mit direkten Angriffen auf Professoren sei aber nicht der richtige Weg.

Die Proteste hatten vor rund drei Wochen in Wien begonnen und breiten sich inzwischen auch in Deutschland aus. Für den 17. November kündigten Studentenorganisationen einen Protesttag an Dutzenden Hochschulen an.

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