Studentenflut: Suche nach „Extraraum” erreicht 70.000 Hausbesitzer

Von: stm
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Aachen. Die Stadt braucht Extraraum. Und zwar wörtlich. Hunderte oder gar tausende Wohnmöglichkeiten für Studierende könnten 2013 fehlen.

Wegen des doppelten Abiturjahrgangs wird dann ein regelrechter Ansturm junger Leute an den Aachener Hochschulen erwartet.

Genau deshalb haben Stadt und Hochschulen vor zwei Monaten eine große Kampagne gestartet. Name: „Extraraum”. Verblüfft bis verärgert zeigte sich nun jedoch mancher Aachener, dem die Kampagne sozusagen zwangsweise in den Briefkasten flatterte - nämlich mit dem Grundabgabenbescheid. Den 70.000 entsprechenden und offiziellen städtischen Schreiben war jeweils eine „Extraraum”-Broschüre beigefügt. Was manchen an Geldverschwendung denken lässt.

Doch das weist Dr. Jutta Bacher vom städtischen Pressebüro zurück. Im Gegenteil sei die Kampagne durch die Stadt und die Hochschulen eben deswegen mit den entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet worden, um eine spätere Kostenexplosion abzuwenden. Die Szenarien, die bereits in der Schublade liegen, würden die Stadt nämlich teuer zu stehen kommen. Der derzeitige Wohnraum reicht bei weitem nicht, um die Studentenflut aufzufangen. Waren es im vergangenen Wintersemester schon 10.000 Neueinschreibungen, so werden 2013 noch einmal 7000 mehr erwartet. Container, ausrangierte Eisenbahnwaggons, Turnhallen - alles das müsste wohl im Notfall aufgeboten werden, damit niemand auf der Straße steht.

„Lotsen” kennen sich aus

Deshalb wenden sich Stadt und Hochschulen direkt an alle potenziellen Vermieter von „Studentenbuden”. Wobei das nicht einmal eine Wohnung sein muss. Gesucht wird sozusagen auch der kleinste freie Winkel - ein nicht mehr benötigtes Kinderzimmer zum Beispiel. Deswegen ist den Grundabgabenbescheiden eben jener Appell beigefügt, wie es heißt. Doch „Extraraum” bietet noch einiges mehr. Es gibt Infos für potenzielle Investoren, die Studentenwohnungen errichten wollen. Es gibt Infos für die möglichen Vermieter ebenso wie für die Mieter. Es gibt Hinweise zu den Mietpreisen, eine Wohnbörse, Beschreibungen der Stadtviertel, Hinweise zum Umland sowie Informationen über die Hochschulen. Und es sind konkrete Ansprechpartner bei Stadt, Hochschulen und Asten mit Rufnummern aufgeführt. Es stehen in der Verwaltung sogar „Lotsen” bereit, Experten, die sich mit der Materie auskennen.

An Mitteln stellen die Stadt und die RWTH jeweils 25.000 Euro pro Jahr zur Verfügung - davon sind unter anderem die Broschüren erstellt worden, es gab aber auch schon eine große Plakataktion. Die FH stellt „Manpower” und arbeitet mit dem Fachbereich Gestaltung an der konkreten Umsetzung der Materialien.
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