Aachen - Studenten-WM: Wo Reiter die Seele berühren

Studenten-WM: Wo Reiter die Seele berühren

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Ein starkes Team steht hinter
Ein starkes Team steht hinter der Reit-WM der Studenten in der Soers: (von links) Nico Sperle, Nina Zirke, Wolfgang Rombey, Carl Meulenbergh, Manfred Nettekoven, Phillip Kloth, Gero Jentzsch und Dr. Verena Burk mit den Medaillen, die auf die Reiter aus 26 Nationen im Dressurstadion warten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Vor 22 Jahren ist Manfred Nettekoven auf einem Esel durch das Tal der König geritten. Die Reiterei hat den Kanzler der RWTH Aachen seitdem nicht mehr bewegt, doch in diesem Jahr ist alles anders: Auch Nettekoven blickt voller Vorfreude auf den 22. August.

Denn an besagtem Mittwoch wird in Aachen die 10. Studierendenweltmeisterschaft im Reiten (World University Equestrian Championship WUEC) im Deutsche-Bank-Dressurstadion in der Soers ausgetragen. Bis Sonntag, 26. August , werden dann die Medaillen in Springen und Dressur vergeben - unter 200 Sportlern.

„Alle fiebern dem entgegen. Sportereignisse berühren die Seele der Hochschule. Und beim Reiten berühren sich die Stadt- und die Hochschulseele”, sagt Nettekoven, und Stadtdirektor Wolfgang Rombey nickt. Rombey weiß, wie sehr der Reitsport mit dem CHIO und die RWTH das weltweite Aachen-Bild prägen.

„Aachen definiert sich international nicht durch Alemannia, sondern durch den Reitsport”, sagt er. Und Reiter werden aus 26 Nationen erwartet. Darunter sind beispielsweise Reitsportnationen wie Irland und Belgien, aber auch die Exoten aus Guatemala. „Und wer einmal in Aachen war, der kommt wieder”, sagt Rombey.

Untergebracht werden die Sportler in der Jugendherberge am Colynshof und in einem Hotel am Strangenhäuschen. Die freiwilligen Helfer (Volunteers) nächtigen während der WM-Tage in der benachbarten Hockeyhalle, die Fans aus aller Welt in der Eissporthalle. Nur für die Offiziellen wurden Zimmer im „Holiday Inn” an der Krefelder Straße gebucht. Es ist eben alles ein paar Nummern kleiner als beim CHIO, wo alle Sportler in schicken Hotels untergebracht werden.

Ein logistischer Aufwand ist diese Weltmeisterschaft für das Organisationskomitee um Dr. Verena Burk aber allemal. Denn es war die Rundum-Bewerbung, die den Ausschlag für Aachen gab.

Dazu zählt beispielsweise das Rahmenprogramm mit „Riders Night”-Party (24. August in der Discothek „Starfish”) und Reiterball (am 25. August im Eurogress), einem Kulturprogramm des Allgemeinen Studierendenausschusses AStA und vor allem der großen Eröffnungsfeier. Nina Zirke, Geschäftsführerin der WUEC, verspricht für den 22. August (Beginn: 18 Uhr) zwar kein pompöses Spektakel - weder James Bond noch die Queen oder ein Helikopter werden eine Rolle spielen -, aber ein „tolles, faszinierendes Programm.

Den Einmarsch der Nationen werden die Aachener Stadtreiter flankieren, anschließend gibt es Pferde- und Hochschulsport mit gewaltigem Showcharakter. Höhepunkt durfte der Auftritt von Kai Vorberg werden. Der Voltigierer hatte sich beim CHIO eigentlich vom Pferdesport verabschiedet.

Nun wird der zweifache Weltmeister noch einmal mit dem noch aktiven CHIO-Publikumsliebling Lukas Klouda und Hengst Sir Bernhard RS von der Wintermühle nach Aachen kommen - als Garanten für großes Spektakel an der Longe. Die Hochschulsportgruppen von RWTH und FH Aachen werden wiederum Akrobatik, Jonglage, Orientalischen Tanz und Rhönradkunst bieten.

Fehlt nur noch der Zuschauerzuspruch. Denn bislang wurden für fünf Tage Weltmeisterschaft 3000 Tickets abgesetzt. Dabei passen 5000 in das Dressurstadion. Es sind also noch reichlich Billets verfügbar, die im Internet unter www.wuec2012.de und schließlich auch an den Tageskassen verkauft werden. Letztlich hoffen die Verantwortlichen auf mindestens 10 000 Besucher. Die übrigens alle mit den Aseag-Linien kostenlos anreisen können, denn die Eintrittskarte ist zugleich Busticket.

Die Pferde - die für die Sportler extra geliehen werden - reisen demnächst an. Esel bleiben während der fünf Tage im Stall. Und Manfred Nettekoven mit beiden beiden Beinen fest auf dem Boden. „Ich weiß nicht, ob es gut für das Tier ist, wenn ich im Sattel sitzen würde”, sagt er und lacht. Klagen des Esels aus dem Tal der Könige sind nicht überliefert.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert