Stadtbahn soll schnell auf die Schiene kommen

Von: Werner Breuer
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Nur mal so eine Idee: Die Stadtbahn könnte nach Vorstellungen der Aachener Vertreter des Verkehrsclubs Deutschland zum Beispiel über ein „Rasengleis” in der Mitte der Trierer Straße fahren. Fotomontage: VCD

Aachen. Erwartungsgemäß zufrieden sind die Initiative AC=Bahn und die Aachener Vertreter des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) mit dem gang der Dinge in Sachen Campus-Bahn.

„Wir freuen uns, dass der Mobilitätsausschuss sich jetzt für die Straßenbahn-Lösung entschieden hat”, sagt Ralf Oswald vom VCD-Vorstand, „vor einem Jahr hätten wir nicht geglaubt, dass es so kommt.”

Mit Ausnahme der FDP will nun ein breites politisches Bündnis die Stadtbahn auf die Schiene setzen. Dass auch die CDU, die in den 1990er Jahren noch Pläne für eine Stadtbahn ausgebremst hatte, nun mächtig Dampf macht, wundert Walter Schumacher von AC=Bahn nicht wirklich: „Ein ökologisches Bewusstsein gibt es nicht mehr nur bei den Grünen”, meint er, „das ist inzwischen breiter gesellschaftlicher Konsens.”

Entsprechende Erfahrungen machte auch der VCD, als er mit dem Bahnprojekt durch die Fraktionen tingelte. Gerade bei Marcel Philipp habe man damit Gehör gefunden, berichtet VCD-Vorstand Sabine Neitzel, der heutige OB habe sich dann ein spurgebundenes Verkehrsmittel zur Erschließung der Campus-Gebiete im Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben.

Abgesehen von den Liberalen, die an einer Straßenbahn nichts Innovatives entdecken können, stimmten im Mobilitätsausschuss alle übrigen Fraktionen dafür, das in diversen Vorrunden auserkorene Rad-Schiene-System weiterzuverfolgen. „Das Umsetzungskonzept sollte nun zügig erarbeitet werden”, fordert Oswald. Und sein Mitstreiter Schumacher warnt davor, das Projekt jetzt mit langen Debatten über Verästelungen und andere Details zu zerreden.

Noch wach sind da die Erinnerungen an das Schicksal der Stadtbahn-Pläne in den 90er Jahren. „Die waren schon weit gediehen”, so Oswald, dann aber seien sie in vielen „Gutachter-Schleifen” verschlissen und schließlich von einer „neuen politischen Mehrheit gekippt” worden. Nun müsse es auch im Interesse der Luftreinhaltung schneller vorangehen, meint Sabine Neitzel und verweist auf die drohenden Umweltzonen.

Busse nur noch Zubringer

Im neuen Anlauf sieht Schumacher eine „Konzept-Umstellung”: Busse würden künftig eine Rolle als Verteiler und Zulieferer für die Bahn spielen, die trage die Hauptlast. Die Aseag müsse sich deshalb neu positionieren. VCD-Vorstand Oswald hat derweil den Eindruck, dass das Aachener Verkehrsunternehmen die Bahn begrüßt und „zu ihrem eigenen Thema macht”. Die Campus-Bahn mit ihren Erweiterungsmöglichkeiten in verschiedene Ecken der Stadt - darauf war es AC=Bahn und VCD angekommen - könnte auch städtebaulich durchaus Reize entwickeln. Ralf Oswald verweist auf Beispiele in Frankreich, wo architektonisch anspruchsvolle Wartehäuschen oder „Rasengleise” hübsche Akzente setzen. Da wäre es wünschenswert, „wenn Aachen diese Chance auch nutzt”.

Regenerative Energie

Selbst Oberleitungen müssten da nicht unbedingt als störend empfunden werden, ohnehin seien sie in kritischen Bereichen, etwa am Elisenbrunnen, verzichtbar. Überhaupt seien moderne Straßenbahnen nicht mehr vergleichbar mit der alten Tram, meint Walter Schumacher. Dabei hat er nicht allein leisere Fahrwerke im Sinn, sondern auch die Energiefrage: „Eine Stadtbahn kann sich mit regenerativer Energie aus der Region versorgen.”

Bei allen hochfliegenden Plänen wollen AC=Bahn und VCD jedoch die Bodenhaftung nicht verlieren. Statt zu früh das ganz Große zu planen, sollte lieber schnell mit der ersten sinnvollen Strecke begonnen werden. Nach ihren Vorstellungen wäre das die Linie vom Uniklinikum über das Super C bis hin zum Bushof.
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