„Simulation Technology”: Programmieren für Ingenieure

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Stuttgart. Wie lässt sich ein Auto windschnittig gestalten? Um das herauszufinden, gibt es zwei Wege. Erstens: Verschiedene Bauweisen ausprobieren und in der Praxis testen. Das ist aber vergleichsweise teuer und aufwendig. Schneller und günstiger ist die zweite Variante: Die Modelle werden virtuell mit Hilfe des PCs getestet. Wie das geht, lernen Studenten in dem Fach „Simulation Technology”.

Solche Verfahren sind heute schon in vielen Industriezweigen üblich - denn mit ihnen lassen sich Entwicklungskosten sparen. „Nehmen Sie zum Beispiel Crashtests von neuen Autos: Da wurden früher etliche Erlkönige vor die Wand gefahren. Heute müssen nur noch zehn Prozent auf diese Weise gemacht werden, der Rest wird im Rechner abgebildet”, erklärt Prof. Rainer Helmig von der Uni Stuttgart, die das Fach im kommenden Wintersemester erstmals anbietet. Simulieren lassen sich aber auch ganz anderen Fragen: Wie breitet sich ein Tsunami aus? Und was passiert in einer Brennstoffzelle?

Um solche Modelle zu verstehen, seien fundierte Mathekenntnisse und eine gute Vorstellungskraft wichtig, sagt Helmig. Im Studium geht es dabei zunächst um ingenieurswissenschaftliche Grundlagen. So stehen Fächer wie Technische Mechanik auf dem Lehrplan. Daneben müssen Studenten aber auch das Programmieren lernen. Und auch Theoretische Chemie wird durchgenommen.

Arbeit für Absolventen gibt es in der Fahrzeugentwicklung. Oder sie sind in der Pharmabranche tätig. Andere arbeiten bei Energieversorgern oder tüfteln an Umwelttechnologien wie Solarzellen. Ähnliche Studienangebote wie in Stuttgart gibt es unter dem Namen „Computational Engineering” in Aachen, Darmstadt und Erlangen. Einen passenden Master bieten neben der TU München auch Hochschulen in Berlin, Rostock, Dresden, Braunschweig, Bochum, Kaiserslautern und Saarbrücken an.

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