Aachen - Schlagbohrer vertreiben Sänger: Musikhochschule wird saniert

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Schlagbohrer vertreiben Sänger: Musikhochschule wird saniert

Von: Peter Motz
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So soll es werden: Das Gebäude der Musikhochschule an der Theaterstraße wird für 6,9 Millionen Euro saniert und modernisiert. Dabei wird unter anderem der Haupteingang zum Theaterplatz hin verlegt. Die Musikhochschule zieht deshalb für zwei Jahre ins ehemalige Arbeitsamt an den Frauenbrüdern um. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Kammermusik in der Schalterhalle? Da ist nicht jeder gleich aus dem Häuschen. Professor Herbert Görtz zieht aber liebend gerne um. Weil seine künstlerische Bleibe derweil mächtig aufgemöbelt wird: Im Oktober starten Sanierung und Umbau des Aachener Standorts der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Für zwei Jahre bezieht das Team um dessen geschäftsführenden Direktor Görtz das einstige Arbeitsamt an den Frauenbrüdern, das zuletzt der Hauptpost als Übergangsquartier diente. Gepackt wird schon, in 14 Tagen startet der Umzug.

„Dringender Sanierungsbedarf”

Im Haus an der Theaterstraße herrsche „dringender Sanierungsbedarf”, sagt Görtz. Denn abgesehen vom Aufbau einer vierten Etage im Jahr 2001 sei das Gebäude „eigentlich seit 35 Jahren unverändert geblieben”.

Also raus mit dem „Charme der Siebziger”. Frische Atmosphäre wird der Hochschule von Jochen König eingehaucht. Der Geschäftsführer der „architekturwerkstatt ac” will den Musentempel auch als solchen sichtbar machen, denn bislang sei er weder auffallend noch einladend.

Deshalb wird der Eingang von der Theaterstraße an den Theaterplatz verlegt. Signalisiert werden soll so auch die enge Kooperation zwischen Theater und Hochschule, die Görtz sehr am Herzen liegt.

Sein Herz höher schlagen lässt den Direktor der Neubau im Innenhof. An die Stelle des heutigen Kammermusiksaals wird ein Erweiterungsbau gesetzt.

Im neuen Saal können dann 199 statt bislang 99 Besucher Platz nehmen. Im ersten Obergeschoss wird die umfangreiche Schrift- und Notensammlung in einer neuen Bibliothek geordnet. Und im zweiten Geschoss findet eine Opernprobebühne Platz.

Blick aus dem Fenster: Die schöne, große Blutbuche ist in die neue Planung integriert. Zurück ins Haus, das künftig auch für Rollstuhlfahrer problemlos zu nutzen sein soll: Es wird ein neues Foyer geschaffen, für Besucher wie Hochschulangehörige.

Dies sind derzeit rund ein Dutzend Dozenten, 70 Lehrbeauftragte und 200 Studierende. Letztere sollen vor allem von der Sanierung profitieren, im Zuge derer auch die technische Ausstattung „auf den Stand des 21. Jahrhunderts gebracht wird”, kündigt Görtz ein Internetcafé, verbesserte Akkustik etc. an.

6,9 Millionen Euro kosten die Maßnahmen, die auch auf energetische Verbesserungen abzielen. Finanziert werden sie durch das Hochschulmodernisierungsprogramm des Landes. Gespeist wird dies hier zu 60 Prozent vom Land als Musikhochschulträger, das in den nächsten 25 Jahren mehr Miete zahlen muss.

Und zwar auch ans Land - in Form des Hausbesitzers, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, der 40 Prozent der Sanierungskosten zahlt, wie dessen Aachener Niederlassungsleiter Harald K. Lange erklärt.

Professor Reiner Schuhenn, Rektor der Musikhochschule, versteht die Modernisierung als Zeichen, „den besonders wichtigen Standort Aachen weiter zu stärken”.

Einhergehend mit dem handwerklichen Ausbau arbeite man an „didaktischen Erweiterungen des Angebots”. Und Herbert Görtz hofft auch auf mehr Studierende. Rund 250 waren es noch vor fünf Jahren.

Der Schwund liege aber nicht an der betagten Behausung, sondern wohl „an einer allgemeinen Flaute und an den Studiengebühren”. Im April 2011 soll das Haus wieder an die Hochschule übergeben werden.
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