RWTH empfängt Professor Harald zur Hausen

Von: tis
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Aachen. Als 22. deutscher Mediziner erhielt Professor Harald zur Hausen vergangenes Jahr in Stockholm den Nobelpreis für Medizin. Damit wurde seine jahrzehntelange Forschungsarbeit gewürdigt, die zur Entdeckung des Auslösers der bei Frauen zweithäufigsten Krebserkrankung, dem Gebärmutterhalskrebs, geführt hat.

Was letztlich auch zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen die sonst tödliche Erkrankung beigetragen hat. Der Business Club Aachen-Maastricht, Energy Hills und die Paion AG ehrten zur Hausen jetzt bei einem Empfang im Quellenhof.

230 Gäste waren der Einladung gefolgt - darunter die noch amtierende Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg, der Vorsitzende der Forschungszentrum Jülich, Professor Achim Bachem, der Paion-Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Söhngen und seine Gattin Dr. Mariola Söhngen sowie Professor Rik de Doncker, Leiter des E.ON Energieforschungsinstituts an der RWTH.

In seinen Einführungsworten ging Professor Ulrich Daldrup auf den Lebensweg des Nobelträgers ein, der 1936 in Gelsenkirchen-Buer geboren wurde. „Seit den 70er Jahren konzentrierte sich Professor zur Hausen auf Forschungen an humanen Papillomviren (HPV), die als Erreger von Hautwarzen bekannt waren”, erklärte Daldrup. Seinem Forschungsteam gelang der Nachweis, dass eine Infektion mit diesem Virus der Auslöser für Gebärmutterhalskrebs ist.

Vor sieben Jahren wurden an 25.000 Frauen die ersten Impfungen vorgenommen. Noch heute weisen sie einen hohen Antikörperspiegel auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt.

Der Nobelpreisträger empfiehlt eine Impfung nicht nur bei jungen Mädchen vor der ersten sexuellen Kontaktaufnahme, sondern ebenso bei Jungen, da HP-Viren sexuell übertragbar sind.

Doch es war nicht nur ein Abend der wissenschaftlichen Diskussionen. Bei einem „Smalltalk”, den Daldrup mit dem Nobelpreisträger, Ulla Schmidt, Professor Elke Grußendorf-Conen und Dr. Mariola Söhngen über die Bühne brachte, ging es durchaus auch heiter zu.

Und das nicht zuletzt durch die lebensfrohe, schlagfertige Art von Professor zur Hausen. „Besser jetzt als nie”, habe er einem Reporter geantwortet, der ihn fragte, warum er erst jetzt den Nobelpreis erhalte. Und einem anderen habe er in Stockholm stolz erklären können, dass er in seinem alten Frack zur Verleihung erschienen sei, der ihm schon vor 23 Jahren gepasst habe.
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