RWTH: Career Center hilft Studenten, im Ausland Fuß zu fassen

Von: Hanna Sturm
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Aachen. Eine überzeugende Bewerbungsmappe zu gestalten und im Vorstellungsgespräch zu bestehen, ist immer eine Herausforderung. Noch schwieriger wird es, wenn noch sprachliche oder kulturelle Hürden überwunden werden müssen.

Etwa, weil sich ein Student bei einer Firma in England bewirbt oder ein chinesischer Absolvent auch in der deutschen Wirtschaft Fuß fassen möchte.

Weil dieses Problem immer häufiger auftritt, haben Anja Robert und ihre Mitarbeiter vom Career Service der RWTH Aachen ihr neues Programm stärker auf diesen interkulturellen Faktor ausgerichtet. Die internationalen Studenten seien fachlich sehr gut und auch hoch motiviert, weiß Robert.

Höflichkeit ist nicht immer ein Vorteil

„Trotzdem können sie sich auf dem Arbeitsmarkt nicht behaupten, weil sie die Gepflogenheiten nicht kennen.” So seien etwa Menschen aus dem asiatischen Raum viel höflicher, bescheidener und zurückhaltender als ihre deutschen Kommilitonen. Tugenden, die beim Bewerbungsverfahren zu einem großen Nachteil werden.

„Wir wollen den Studenten aus anderen Ländern die Möglichkeit geben, ihre Karriere und Biografie hier in Deutschland weiter zu entwickeln”, sagt Robert. Wichtiges Ziel der Seminare und Beratungen sei es, das die Studenten ihr eigenes Profil entdecken, nicht nur auf fachlicher Basis, sondern auch was Persönlichkeit und sogenannte „Soft Skills” angeht. Denn nur wer sich selbst gut einschätzen kann, findet auch einen Job in dem er langfristig glücklich ist.

Selbstanalyse ist natürlich auch für deutsche Bewerber ein wichtiger Schritt, der in Seminaren wie „Stil und Standing” im Mittelpunkt steht. „Im Studium lernt man nicht, wie man als Mensch so ist”, sagt Robert. Dieses Wissen sei aber ausschlaggebend, um im Vorstellungsgespräch zu punkten. Denn keine Personaler wolle auf die Frage nach den eigenen Schwächen Plattitüden wie Perfektionismus oder Ungeduld hören. „Die wollen ehrliche Antworten.”

Auch die Stimme als wichtiges Mittel der Selbstdarstellung wird in einem der Seminarangebote trainiert. Denn sie kann ausschlaggebend sein, ob ein Vorschlag in der Sitzung von den Chefs wahrgenommen, oder völlig ignoriert wird. Um das richtige Verhalten bei Geschäftsessen und die Kleiderwahl geht es bei „Stil und Etikette”. Das ein oder andere Fettnäpfchen lernen die Studenten so zu umschiffen.

Generell könnten die Absolventen aber zuversichtlich sein. Nach der Wirtschaftskrise, die auch beim Career Center mit deutlich weniger Anfragen und Job-Angeboten der Unternehmen bemerkbar war, hat das Interesse am Nachwuchs nun wieder deutlich zugenommen. „Die Zukunftsparameter sind hervorragend”, sagt Robert. Schwierig bleibe es aber nach wie vor für reine Geisteswissenschaftler, die „während des Studiums nie nach rechts oder links” geschaut hätten.
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