Düsseldorf - Pinkwart kündigt schnelle Korrekturen an neuen Studiengängen an

Pinkwart kündigt schnelle Korrekturen an neuen Studiengängen an

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Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat angesichts der Studentenproteste schnelle Korrekturen an den umstrittenen neuen Bachelor- und Masterstudiengängen angekündigt. Foto: ddp

Düsseldorf. Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen haben nach Ansicht von Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) genug Geld für bessere Studienbedingungen.

Pinkwart forderte Universitäten und Fachhochschulen am Mittwoch auf, Studienbeiträge und ihre Einnahmen aus dem Hochschulpakt „dringend in zusätzliches wissenschaftliches Personal zu investieren”. An den Studiengebühren will Pinkwart festhalten. „Sie sind ein gerechter Beitrag für ein sehr hochwertiges Bildungsangebot.”

Der Wissenschaftsminister bemängelte, dass die Zahl der Professuren an den NRW-Hochschulen stagniert. Das sei nicht zufriedenstellend. Dabei hätten die Hochschulen im kommenden Jahr gut 600 Millionen Euro mehr zur Verfügung als 2005. Das sei ein Anstieg von fast 25 Prozent. Die Hochschulen müssten „ihre Spielräume für Investitionen in Studium und Lehre nutzen” und so den „Studienerfolg in der Regelstudienzeit erhöhen”.

Die Polizei hatte am Mittwochmorgen in Düsseldorf einen von Studenten besetzten Uni-Hörsaal geräumt. Die Aktion verlief nach Polizeiangaben friedlich. Rund 50 Studenten hatten den Hörsaal eine Woche lang besetzt gehalten, um damit gegen die ihrer Meinung nach schlechten Studienbedingungen zu demonstrieren. Der Rektor der Uni Düsseldorf, Prof. Michael Piper, hatte nach Hochschulangaben sein Verständnis für die Forderungen der Studenten bekundet.

Pinkwart will an diesem Donnerstag mit den NRW-Hochschulrektoren auch über Korrekturen an den Bachelor- und Masterstudiengängen reden. Stoffdichte, Prüfungselemente, Anwesenheitslisten, Praxisnähe und Mobilität müssten überprüft werden. „Das Ziel muss sein, bereits bis zum Ende des laufenden Wintersemesters zu spürbaren Verbesserungen zu kommen.

Grundsätzlich hält Pinkwart aber die Studienreform für gelungen. „Der Bologna Prozess ist wichtig und gut”, sagte er. Bachelor und Master hätten für schnellere Examen gesorgt und die Zahl der Studienabbrecher sinken lassen. Die neuen Abschlüsse würden auf dem Arbeitsmarkt akzeptiert. Einstiegsgehälter und Erwerbstätigenquote seien nicht schlechter als bei den alten Examen.

Bei der konkreten Ausgestaltung der neuen Studiengängen seien Politik und Hochschulen auf die konstruktive Mitarbeit der Studenten angewiesen, sagte Pinkwart. Deshalb lasse er sich auch nicht „von einer Handvoll Krawallmacher” nicht vom Dialog mit den Studierenden abhalten. Nach einer Diskussion mit Studenten an diesem Mittwoch in Duisburg will sich der Minister im Dezember mit den Asta-Vorsitzenden aller NRW-Hochschulen treffen.

Als „nicht nachvollziehbar” wies Pinkwart die Kritik der Hochschulrektorenkonferenz zurück. Sie hatte am Dienstag den Ländern die Schuld für die Bachelor-Probleme gegeben. „Nirgendwo sonst ist der Gestaltungsspielraum für Hochschulen derart groß wie in NRW”, sagte er. Die Hochschulrektoren in Deutschland schauten deshalb mit Neid auf ihre Kollegen in NRW.

Die Grünen verlangten eine Bologna-Konferenz mit allen Beteiligten aus den Hochschulen. Eine von Pinkwart vorgestellte Studie zeige, dass jede sechste staatliche Hochschule in NRW ihre Finanzlage als nicht ausreichend beurteile. Bei der staatlichen Finanzierung sei deshalb endlich ein Umdenken zugunsten von Lehre und mehr Personal nötig, sagte die Hochschul-Expertin der Grünen im Landtag, Ruth Seidl.
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