Osnabrück/Dresden - Panik zum Finale: So gelingt die Abschlussarbeit im Studium

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Panik zum Finale: So gelingt die Abschlussarbeit im Studium

Von: Anke Dankers, dpa
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Abschlussarbeit
Schreibblockade kurz vor Schluss: Die Bachelor- oder Masterarbeit erscheint vielen Studierenden zunächst als unüberwindbare Hürde. Foto: Christin Klose/dpa

Osnabrück/Dresden. Immerhin: Das Wort Einleitung steht schon mal groß im Dokument. Sonst aber nichts. Abschlussarbeit. Smartphone. Abschlussarbeit. E-Mails checken. Abschlussarbeit. Hunger. Die Gedanken schweifen hin und her, während man auf dem Weg zum Kühlschrank ist und die Computertastatur unberührt bleibt.

So oder so ähnlich ergeht es zahllosen Studierenden beim Schreiben der Abschlussarbeit. Schreibblockade, Zweifel, Leistungsdruck - die Herausforderungen rund um die scheinbar wichtigste Arbeit des Studiums sind vielfältig.

Um ihnen zu begegnen, sollte man sich zunächst selbst genau unter die Lupe nehmen: Arbeite ich morgens oder abends produktiver? Bin ich strukturliebend oder texte ich lieber frei? Habe ich schon Schreiberfahrungen sammeln können? So unterschiedlich wie die Studierenden selbst sind, kann auch ihre Herangehensweise an die Textarbeit sein. Die eine richtige Methode gibt es nicht.

Eine gewisse Struktur braucht aber jeder Text. „Wichtig ist, dass der rote Faden erkennbar ist”, sagt Daniel Spielmann vom Schreibzentrum der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Dabei helfen zum Beispiel Mindmaps oder Computerprogramme wie Citavi, sagt der Experte. Die Struktur sollten Studierende immer mit ihrem Betreuer absprechen - so hat die Arbeit ein sicheres Fundament. „Es ist wie eine Landkarte, die Orientierung durch den Schreibprozess geben kann.”

Überhaupt ist der Kontakt zum Dozenten wichtig: Das gibt Sicherheit und hilft, manch verzwickte Frage zu klären. Das bedeutet aber nicht, dass Studierende bei jeder kleinen Unsicherheit in die Sprechstunde rennen müssen. „Gerade bei einer Abschlussarbeit ist es wichtig, zwischendurch auch eigene Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung für seine Arbeit zu übernehmen”, sagt Kerime Faris-Lewe, Leiterin der Psychosozialen Beratungsstelle für Studierende des Studentenwerks Osnabrück.

Das gilt auch im Hinblick auf die Zeitplanung. Im besten Fall bietet sie Orientierung und hilft, den Schreibprozess zu strukturieren. „Planen Sie beispielsweise auf einem großen Papier die Tage grob - mit der Deadline beginnend - für die Überarbeitung, Korrektur, Schreibarbeit, Gliederung und Recherche ein und notieren Sie auch, an welchen Tagen Sie keine Zeit haben”, rät Faris-Lewe.

Je nach Fach und Studienverlauf sind Studierende bei der Abschlussarbeit noch Anfänger im wissenschaftlichen Schreiben - oder schon Profi. Einen Tipp sollten sie aber immer beherzigen: Die Textarbeit in einzelne, kleine Arbeitsschritte aufteilen. „Und für diese kleinen Arbeitspakete sollte man dann selbst Deadlines setzen. Verbindlichkeiten wie diese helfen dabei, in den Schreibprozess zu kommen”, sagt Daniel Spielmann.

Stehen Rahmenbedingungen, Struktur und grobe Zeitplanung fest, wird es Zeit, die ersten Worte zu formulieren. Um in den Schreibfluss zu kommen, können Methoden wie das sogenannte Freewriting helfen. Dabei schreibt man einige Minuten lang alles auf, was einem in den Sinn kommt. Der Inhalt ist dabei mehr oder weniger egal.

Vor allem sollte man sich aber nicht überfordern - zeitlich wie inhaltlich: „Am Anfang muss es nicht gleich ein Acht-Stunden-Tag sein”, sagt Antonia Zacharias von der Zentralen Studienberatung der Technischen Universität Dresden. Sie berät Studierende unter anderem während ihrer Studienabschlussphase und weiß, „dass Studierende beim Schreiben oft sofort einen perfekten Text kreieren wollen. Man darf aber nicht zu viele Aufgaben auf einmal bewältigen wollen.”

Da kann es helfen, die Abschlussarbeit als Projekt zu sehen, das stetig überarbeitet werden kann und muss. Dass der Schreibprozess mal stockt, ist ganz natürlich, ergänzt Spielmann. Hilfreich kann dann sein, Methode oder Umgebung zu wechseln: „Manche Menschen brauchen Ruhe und Abgeschiedenheit zum Schreiben, andere finden es besser, in belebten Umgebungen, etwa dem Lieblingscafé, zu schreiben.”

Wenn die Gedanken sich trotzdem nicht in Worte fassen lassen oder der Kopf plötzlich leer erscheint, kann eine kurze Unterbrechung die Lösung sein. „Pausen sind enorm wichtig, um zu entspannen und wieder Kraft zu tanken. Man sollte gut für sich sorgen, eine gute Balance zwischen Schreibtisch und Freizeit finden„, sagt Zacharias. Sind Etappenziele erreicht, tragen kleine Belohnungen dazu bei, die Motivation aufrecht zu erhalten.

Immer sinnvoll und meistens hilfreich: Feedback von außen. Frische Ideen können von Dozenten, Kommilitonen, Freunden, Mitarbeitern der Zentralen Studienberatung oder Schreibzentren kommen. Letztere helfen auch dabei, die Arbeiten strukturell und stilistisch zu verbessern.

Trotzdem: Irgendwann holen wohl jeden Studierenden die Zweifel ein. Stimmt die Literaturauswahl, ist das Thema vielleicht doch schlecht, ist die Schlussfolgerung gut genug? Unsicherheiten wie diese gehören fast schon obligatorisch zu einer Abschlussarbeit. „Wichtig ist, sie nicht zu verdrängen, sondern sich aktiv damit auseinanderzusetzen: offene Fragen aufzuschreiben und mit Dozenten oder Kommilitonen zu besprechen”, sagt Faris-Lewe. Nimmt der Erwartungsdruck überhand, hilft ein Rückblick - auf das, was man im Studium bereits geleistet hat. Denn am Ende ist die Abschlussarbeit eben auch nur eine größere Hausarbeit.

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