Opposition fordert Mittel für Ausbau der Studienplätze

Von: dapd
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Studenten im Hörsaal
Die Zahl der Studierenden in Deutschland ist deutlich gestiegen. Foto: dpa

Berlin. Die Zahl der Studierenden in Deutschland ist deutlich gestiegen. Wie das Bildungsministerium am Dienstag unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes mitteilte, haben im vergangenen Jahr 441.800 junge Menschen ein Studium aufgenommen. Dies entspricht 46 Prozent eines Altersjahrgangs.

Zum Vergleich: Im Jahr 2005 wurden rund 356.000 Studienanfänger gezählt, die Quote lag bei 37 Prozent.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wertete diese Zahlen als Beleg für den Erfolg des Hochschulpaktes, dessen erste Phase mit dem Jahr 2010 abgeschlossen ist. Das ursprüngliche verabredete Ziel, 91.370 zusätzliche Studiengelegenheiten zu schaffen, konnte nach Angaben des Ministeriums mit insgesamt 182.193 zusätzlichen Studienanfängern deutlich übertroffen werden. „Wir haben einen Boom - auch Neugründungen - was Hochschulen angeht”, sagte Schavan im SWR.

Die Ministerin betonte, die Zunahme der Studenten spreche für die Qualität der Studienmöglichkeiten in Deutschland. Sie verwies zudem darauf, dass der Hochschulpakt im Hinblick auf die Aussetzung der Wehrpflicht weiterentwickelt und damit auch der steigenden Studentenzahlen Rechnung getragen werden solle. Die Vorbereitungen für steigenden Raum- und Personalbedarf seien getroffen. Dabei gehe es auch darum, mehr Master-Studienplätze anzubieten.

Für die zweite Programmphase des Hochschulpaktes stellt der Bund laut Ministerium mehr als fünf Milliarden Euro bereit. Die für die Jahre 2011 bis 2015 in diesem Zeitraum zu erwartenden 275.000 zusätzlichen Studienanfänger sollten die Chance für die Aufnahme eines hochwertigen Studiums erhalten.

Zweifel an Verlässlichkeit

Angesichts der deutlich gestiegenen Studierendenzahlen äußerte die SPD Zweifel an der Verlässlichkeit der Prognosen für die zweite Phase des Paktes. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ernst Dieter Rossmann, forderte Schavan auf, „mit den Ländern noch in diesem Jahr eine Überarbeitung der Prognosen vorzunehmen und sicherzustellen, dass auch für einen erfreulicherweise schnelleren Ausbau der Studienkapazitäten ausreichende Mittel zur Verfügung stehen”.

Für die Linke beklagte deren hochschulpolitische Sprecherin, Nicole Gohlke, 275.000 zusätzliche Studienplätze reichten nicht aus, „um dauerhaft mindestens 40 Prozent eines Jahrganges ein Studium zu ermöglichen”. Sie warf Schavan vor, die Hochschulen „auf Verschleiß” zu fahren. „Unis und Fachhochschulen sind auf einen Ansturm von Studierenden nicht vorbereitet”, sagte sie. Der Hochschulpakt sei „unzureichend und unterfinanziert”.
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