Neue Räume fertig: Vorlesung im Kino fällt damit aus

Von: André Schaefer
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Platz für Wissensvermittlung: Die kommenden Bauingenieure können sich über energiesparende Hörsäle an der RWTH freuen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. So mancher Studierende der RWTH-Fakultät für Bauingenieurwesen mag sich nach den Semesterferien gefragt haben, ob er sich verlaufen hat. Stand im Juli noch ein altes marodes Hörsaalgebäude an der Mies-van-der-Rohe Straße, so strahlte pünktlich zum Beginn des Wintersemesters ein moderner Neubau mit zwei grundsanierten Hörsälen.

Beide Räume wurden nun offiziell in einer kleinen Feier eingeweiht. „Ich bin ganz ehrlich: Ich hätte jede Wette abgeschlossen, dass beide Hörsäle nicht pünktlich fertig werden”, sagt Professor Heribert Nacken, Studiendekan der Fakultät für Bauingenieurwesen. Seine Zweifel richteten sich keineswegs an die zuständige Baufirma.

Viel mehr sah Nacken - und mit ihm eine ganze Reihe anderer Beteiligten - ein Problem im Zeitmanagement. Vorgesehen waren 13 Monate Bauzeit. „Das wäre ein Problem geworden, denn wir hätten für diese Zeitspanne mindestens zwei Alternativ-Hörsäle suchen müssen”, sagt Nacken. So suchte man also nach einer Lösung und fand sie prompt: Die Bauzeit wurde von 13 Monaten einfach auf 13 Wochen verkürzt, alles musste in der vorlesungsfreien Zeit vollbracht werden. „Ein risikoreiches Experiment, das zu 100 Prozent funktionierte”, strahlt Nacken, der seine Wette glücklicherweise verloren hätte.

Nicht selbstverständlich

Selbstverständlich waren die zügigen Sanierungsmaßnahmen keineswegs. Übrig geblieben ist vom alten Gebäude nur der Betonbau, alles andere wurde runderneuert. Neben einer modernen technischen Ausstattung sowie einer mit 50 weiteren Sitzmöglichkeiten größeren Kapazität in den Lehrräumen kann das Gebäude nun einen hohen energetischen Standard vorweisen. „Der Energieverbrauch ist durch die Sanierung um mehr als die Hälfte geringer als zuvor”, erklärt Professor Rainard Osebold vom Lehrstuhl für Baubetrieb und Projektmanagement.

3,3 Millionen Euro investierte die RWTH zusammen mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW in die Sanierungsmaßnahmen - allein 1,8 Millionen stammen aus dem Konjunkturpaket II. „Es taten sich auf einmal Finanzierungschancen auf, die mussten wir einfach ausnutzen”, meint Osebold. Komplett hatte man die Gefahr der risikoreichen Akkordarbeit allerdings nicht ausgeblendet. So wurden sicherheitshalber - für den Fall, dass man nicht rechtzeitig fertig werden würde - vorab zwei Kinosäle in Aachen gemietet. „Da hätten dann in der Tat die Vorlesungen stattgefunden. Zum Glück kam es nicht soweit”, zeigt sich Osebold zufrieden - und mit ihm sicher auch die Studierenden.
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