„Nacht der Unternehmen”: Auf der Suche nach Talenten

Von: Daniel Gerhards
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„Hot Spot” für die dritte Nacht der Unternehmen war das Technologiezentrum am Europaplatz. Von dort aus fuhren Interessenten nach der Auftaktveranstaltung mit Bussen zu potenziellen Arbeitgebern. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Absolventen der Aachener Hochschulen zieht es oft in die große weite Welt. Dabei liegen Unternehmen mit spannenden Arbeitsfeldern oft näher, als mancher Student denkt. Bei der „Nacht der Unternehmen” konnten sich junge Akademiker einen Eindruck von der Unternehmenslandschaft in der Region machen.

90 Firmen präsentierten sich am Donnerstag im Technologiezentrum am Europaplatz und öffneten ihre Werkstüren für interessierte Besucher. Die Veranstalter rechneten vor Beginn der Veranstaltung mit bis zu 1200 Besuchern.

Dass Absolventen in Aachen bleiben, ist für Oberbürgermeister Marcel Philipp ein wichtiges Anliegen. „Wir müssen eine stärkere Verbindung zwischen der exzellenten Hochschule und den Hidden Champions unter unseren Unternehmen herstellen”, sagte Philipp mit Blick relativ unbekannte und leistungsstarke Firmen der Region. „Jeder Absolvent, der in der Region bleibt, ist wichtig für die Wirtschaftskraft.”

Mit dem Bus

Auch Damian Backes könnte sich vorstellen, nach dem Abschluss seines Studiums in der Region zu arbeiten. „Heute will ich einfach mal gucken, was es hier für Unternehmen gibt”, sagt der 22-Jährige. Bis zu seinem Abschluss hat der Maschinenbaustudent noch etwas Zeit. Aber er hat schon einige interessante Unternehmen entdeckt. „Nächstes Jahr werde ich auch mal mit dem Bus zu einigen Firmen fahren.” Das machten Anna Schäfer und Julia Biesenack schon in der vergangenen Nacht. Dabei hatten die beiden Absolventinnen ein straffes Programm vor sich. „Ich will mir sieben Firmen ansehen”, sagte Physikerin Anna Schäfer.

Zu den Unternehmen kommen die jungen und angehenden Akademiker mit vier eigens eingerichteten Buslinien der Aseag. „Ich will mich mal etwas genauer über einige Unternehmen informieren und mal sehen, was es dort für Jobs gibt. Man kennt ja nur die Großen. Kleine interessante Unternehmen übersieht man schnell”, sagt die frisch gebackene Maschinenbauabsolventin Julia Biesenack.

Für Professor Günther Schuh, Prorektor der RWTH, ist wichtig, dass die Technische Hochschule an einem starken Technologiestandort sitzt. „Im Wettbewerb mit Stuttgart und München haben wir da einen Nachteil. Daher ist es wichtig, dass unsere Absolventen in der Region bleiben.” Davon würden Firmen und Uni profitieren.

Britta Breuer entschied sich nach dem Abschluss ihres BWL-Studiums an der RWTH, in der Region zu bleiben. Sie zog es ins Gewerbegebiet Avantis. Dort arbeitet sie nun für die niederländischen Technologiefirma „Solland Solar”. Am Donnerstag vertrat sie das Unternehmen am Stand bei der Nacht der Unternehmen. Der Solarzellenhersteller sucht weiterhin qualifizierte Arbeitskräfte. Einige Gespräche mit interessierten Studenten hat sie dabei schon geführt.

Fit für den Beruf

Ähnlich geht es der Aachener Firma „Factur Billing Solutions”. Das Unternehmen betreibt Abrechnungssysteme für Energieanbieter. Prokurist Wolfgang Tiling sucht Absolventen mit „IT-Affinität”. „Unser Wachstum ist eigentlich nur dadurch beschränkt, dass wir nicht genügend talentierte Köpfe finden.”

Und die Absolventen - glaubt man Günther Schuh - können aus dem Hörsaal problemlos in verantwortungsvolle Positionen wechseln. „Unterschätzen sie unsere Leute nicht”, sagte der Professor an die Adresse der Personalverantwortlichen. „Wenn die jungen Leute fertig sind, müssen sie die nicht erst berufsfähig machen. Das ist nicht nötig. Mit denen können sie sofort was anfangen.”
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