Macht studieren krank? - Forschungsprojekt in Paderborn

Von: Matthias Benirschke, dpa
Letzte Aktualisierung:

Paderborn. Macht studieren krank? Greifen Studenten angesichts voller Stundenpläne, Prüfungsstress und Studiengebühren zu Alkohol und Medikamenten-Doping? Mit einer großangelegten Studie wollen Forscher der Universität Paderborn diesen Fragen jetzt auf den Grund gehen.

„Wir wollen herausfinden, ob das so stimmt und was man dagegen tun kann”, sagte der Sportpädagoge Hans Peter Brandl- Bredenbeck am Freitag in Paderborn. Bis zum Wintersemester 2011/12 sollen die Ergebnisse vorliegen und praktische Konsequenzen gezogen sein.

„Der Studienbeginn bedeutet für viele junge Leute einen tiefen Einschnitt”, sagte der Professor. Auszug aus dem Elternhaus, die neue Umgebung, der Zwang zu eigenverantwortlichem Handeln und einem effizienten Zeitmanagement stellten hohe Anforderungen. Das neue Studiensystem mit Bachelor- und Master scheine die Belastungen noch zu verstärken. „Wir wollen Lebensstile, Gesundheit und Probleme der Studierenden ermitteln und unterstützende Maßnahmen entwickeln”, sagte Brandl-Bredenbeck.

Zunächst sollen in diesem Sommersemester möglichst viele der rund 14.800 Studenten in Paderborn einen Online-Fragebogen ausfüllen. „Darin fragen wir zum Beispiel, wie viel Sport sie treiben, wie sie sich ernähren, wie gut sie schlafen”, skizziert der Sportpädagoge die Fragen. Aber auch Alkohol- und Tabakkonsum, Medikamente und illegale Drogen sind ein Thema. Zudem gehe es um das Zeitmanagement. „Man glaubt gar nicht, mit welchen Ausreden die Studierenden ankommen, wenn es auf den Abgabetermin für eine Hausarbeit zugeht. Das reicht vom Computerabsturz bis zum Todesfall in der Familie.”

Zu der Auswertung der Fragebögen sollen gründliche Befragungen von 15 bis 20 Studenten kommen. Insgesamt sollen die Studierenden auch Vorschläge für Unterstützungsangebote machen. „Auf dieser Grundlage wollen wir dann in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Gesunde Hochschule und dem Hochschulsport praktische Maßnahmen entwickeln und anbieten”, sagte Brandl-Bredenbeck. Am Ende soll ein Gesundheitspass für Studierende stehen, der mit Prämien Anreize für einen gesundheitsbewussten Lebensstil setzt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert