Landesweiter Bildungsstreik: Demo in der Innenstadt

Von: Sarah Sillius
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Andreas Schmidt, Lisa Schülke und Jens Begener (v.l.) haben für die Demo am Donnerstag schon Plakate gemalt. Foto: Sarah Sillius

Aachen. Andreas Schmidt und seine Kommilitonen wollen nicht einfach so aufgeben. Bisher finden sie nicht, dass die Politik auf ihre bildungspolitischen Forderungen ausreichend eingegangen ist. Schmidt ist hochschulpolitischer Referent der FH Aachen und studiert Luft- und Raumfahrttechnik.

Zusammen mit Jens Begener vom Bildungsstreikbündnis, der an der RWTH Aachen studiert, ruft er im Rahmen des landesweiten Bildungsstreiks zur Demonstration in Aachen auf.

Abschluss am Elisenbrunnen

Am Donnerstag geht es um 11.30 Uhr am Theaterplatz los. „Wir hoffen, dass wieder so viele Demonstranten wie beim letzten Mal dabei sind”, sagt Begener. Aber er ist zuversichtlich: „Diesmal haben wir ein noch viel breiteres Bündnis. Neben Studenten, Schülern und Azubis haben sich Gewerkschaftsmitglieder von Verdi und dem DGB angekündigt.” Die Demo soll durch die Innenstadt führen und mit einer Abschlusskundgebung am Elisenbrunnen enden.

Auch Lisa Schülke unterstützt die Aktion. Sie besucht die Stufe elf der Montessori-Schule in Aachen und vertritt beim Bildungsstreik die Interessen der Schüler: „Wir sind für die Abschaffung der Kopfnoten, für kleinere Klassen und dafür, dass das Budget für das Unterrichtsmaterial gesenkt wird - und wir sind gegen das dreigliedrige Schulsystem und das verkürzte Abitur.” Die 17-Jährige will, dass es „eine Schule für alle” gibt. Aber auch die hochschulpolitischen Themen hat die 17-Jährige im Blick - schließlich will sie nach der Schule selbst studieren.

Neben der Forderung nach der Neuordnung der Bachelor-Master-Studiengänge steht die Abschaffung der Studiengebühren beim Bildungsstreik erneut ganz klar im Vordergrund. „Die Studiengebühren halten wir nach wie vor für sozial ungerecht und sie lösen nicht die Probleme im Bildungssystem”, findet Begener. Klar, an manchen Stellen habe man zwar mit dem Geld etwas erreichen können - aber eben nicht überall.

„Vor allem an der geisteswissenschaftlichen Fakultät ist keine Verbesserung zu sehen”, hat Begener festgestellt, der selbst Soziologie und Politikwissenschaft an der RWTH Aachen studiert. „Wenn man eine Eliteuni sein will, muss man auch in allen Bereichen etwas tun”, findet Begeners. Er und seine Mitstreiter denken dabei auch an das Profil der Stadt: „Die Konsequenz der Studiengebühren ist doch, dass immer mehr Studenten aus Aachen abwandern.”

Um ihre Forderungen öffentlich zu machen, halten sie eine Demo für die sinnvollste Methode. „Eine Besetzung der Hörsäle wirkt nicht mehr so”, meinen sie. Für den bundesweiten Bildungsstreik im Juni wollen sie sich dann eine andere Aktion für Aachen ausdenken.

Hoffen auf Sieg von Rot-Grün

Auf einen möglichen Sieg von Rot-Grün bei der anstehenden Landtagswahl und das Einhalten der Wahlversprechen hoffen die drei natürlich. Aber glauben sie, dass ihre Forderungen dann wirklich umgesetzt werden? „Da bleiben wir skeptisch - wegen der schlechten Erfahrungen, die wir mit der letzten rot-grünen Regierung gemacht haben.” Hoffen allein genügt den Dreien nicht: „Wir werden weiterhin Druck machen.”
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