Kunst soll dem neuen Campus nicht weichen

Von: Christoph Classen
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Soll dem neuen Campus Westbahnhof - eigentlich - zum Opfer fallen: das Atelierhaus Aachen an der Süsterfeldstraße. Das aber will die SPD in der Bezirksvertretung nicht akzeptieren. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Wegen der Campus-Pläne kommen sich die Kreativen in die Quere. Es geht um das Areal rund um den Westbahnhof. Auf den stillgelegten Gleisanlagen möchte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW einen Campus ähnlich dem in Melaten entwickeln.

Die Rede ist von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen, die dort insgesamt entstehen, wenn Hochschule und Unternehmen gemeinsam forschen.

Damit die Wissenschaftler ihre Kreativität entfalten können, müssen die Künstler weichen. Es geht um das Atelierhaus Aachen. Das ehemalige Kloster „Zum guten Hirten” an der Süsterfeldstraße beherbergt derzeit 42 Künstler. Ende 2011 läuft der Pachtvertrag des Atelierhauses mit der Stadt aus. Danach soll es abgerissen werden, um Platz für den Campus zu machen. So sieht es jedenfalls die derzeitige Planung vor.

Lilli Philippen ist damit nicht einverstanden. Das machte die Sozialdemokratin in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Mitte unmissverständlich klar. „Da sind 42 Künstler angesiedelt, das ist ein gut funktionierender Verein. Allein diesen umzusiedeln, halte ich schon für problematisch”, sagte Philippen.

Aber auch aus anderer Perspektive könne sie den Abriss nicht befürworten. Philippen: „Das Gebäude ist ein Wahrzeichen der Stadt an diesem Platz, und die Bausubstanz ist nicht so schlecht.”

Kurzum: In seiner derzeitigen Form wollte die SPD dem Planungsausschuss die Aufstellung des Bebauungsplans für den Campus Westbahnhof nicht empfehlen. Und weil auch ausnahmslos alle anderen Parteien schließlich Bedenken anmeldeten, wurde die Verwaltung einstimmig beauftragt zu überprüfen, ob und wie sie sich das ehemalige Kloster in die Campus-Pläne integrieren lässt. Damit könnten - Vertragsverlängerung vorausgesetzt - nicht nur die Künstler in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, sondern auch die Kinder, welche die private Kita in den Räumen des Klosterbaus besuchen.

Heiner März (SPD) ist optimistisch, dass die Verwaltung einen Weg finden wird, das Atelierhaus in die Campus-Planung zu integrieren. Er wisse aus einem Gespräch, dass es dagegen keine Abneigung gebe. Kulturdezernent Wolfgang Rombey sah indes Ende Januar keine Alternative zum Abriss des Atelierhauses.
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