Kultusminister und Hochschulrektoren einig über Studienzulassung

Von: dpa
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Studenten Studieren Bibliothek
Studenten lernen in der Bibliothek. Foto: dpa

Berlin. Kultusminister, Hochschulrektoren und die Zentralbehörde ZVS haben den langjährigen Streit über die Studienzulassung in Numerus-clausus-Fächern beigelegt und sich auf ein neues Verfahren verständigt.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wird jetzt dazu aufrufen, dass sich möglichst viele Universitäten bereits im Herbst an dem bundesweiten Übergangsverfahren der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) beteiligen.

Ein endgültiges Computersystem, dass per Datenabgleich Doppel- Einschreibungen und damit die Blockade von Studienplätzen in Mangelfächern unterbindet, soll zum Wintersemester 2010/2011 die Arbeit bei der ZVS aufnehmen. Dies teilte der Vorsitzende der ZVS- Steuerungsgruppe, der sächsische Wissenschaftsstaatssekretär Knut Nevermann, am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. An dem Treffen der Steuerungsgruppe hatten Vertreter von HRK, ZVS sowie der Kultusministerkonferenz teilgenommen. Alle Seiten hätten versichert, sie seien an „studentenfreundlichen Regelungen interessiert”, sagte Nevermann.

Zu der Absprache gehört auch, dass die ZVS jetzt eine von Baden- Württemberg bereits landesweit erfolgreich eingesetzte Internet- Studienplatzbörse übernimmt und in Zusammenarbeit mit dem bisherigen Betreiber bundesweit anbietet. Bei dieser Studentenbörse werden nach den Zulassungsentscheidungen der Hochschulen die noch freie Plätze zusammengefasst.

Zusammen mit Computerexperten des Fraunhofer-Instituts sind inzwischen auch die technischen Anforderungen für das endgültige Bewerbungssystem formuliert worden. Dach soll sich der Student wie bisher auch schon via Internet bei mehreren Wunschhochschulen oder für mehrere Fächer bewerben können. Die Hochschule entscheidet über seine Zulassung und bietet ihm einen Platz an. Nimmt er ihn an, wird er über den ZVS-Datenabgleich für andere Studienorte gesperrt. Bei dem neuen System soll der Bewerber auch seinen Rangplatz auf Wartelisten via Internet einsehen können.

Nevermann sagte, nach der Verständigung werde über das Bundesbeschaffungsamt des Innenministeriums zügig die Ausschreibung erfolgen. Die bisherigen Doppelzulassungen führen seit Jahren dazu, dass nach HRK-Schätzungen bis zu 20 Prozent der Studienplätze ausgerechnet in den begehrten NC-Fächern unbesetzt bleiben. Für etwa jeden zweiten der gut 11.000 Studiengänge in Deutschland bestehen inzwischen örtliche Zulassungssperren. Die ZVS vergibt seit einigen Jahren nur noch die Plätze in den medizinischen Studiengängen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat für den 3. März eine größere Gruppe von Hochschulrektoren eingeladen, um einen Ausweg aus dem bisherigen Zulassungschaos zu finden. Die SPD-Fraktion fordert ein Bundesgesetz zur Hochschulzulassung, mit dem sichergestellt wird, dass sich alle Hochschulen an dem Datenabgleich beteiligen. Die Länder setzen hingegen weiter auf Freiwilligkeit. An dem bereits im vergangenen Jahr von der ZVS angebotenen Übergangsverfahren hatten nur vier Universitäten und acht Fachhochschulen teilgenommen.

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