Kolloquium „Mobilität und Stadt” im Super C

Von: Jule Klieser
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Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr fasst die wichtigsten Themen einer Tagung im Super C „Kosten in der Stadt- und Verkehrsplanung” zusammen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Beim 11. Kolloquium „Mobilität und Stadt”, veranstaltet vom RWTH-Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr, geht es schwerpunktmäßig um Kosten. Zwei Tage lang referieren Experten über neue Erkenntnisse aus der Forschung und diskutieren auch mit Vertretern aus Politik und Verwaltung. Rund 60 Interessierte hatten sich am Donnerstag im Super C eingefunden.

Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise und das Ausmaß der kommunalen Verschuldung werfen in der Stadt- und Verkehrsplanung eine Menge Fragen auf. Wie können Kommunen Gewerbegebiete planen, was geschieht mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)? Straßenerhalt, Kanalsanierung - die Schuldenberge wachsen, die Aufgaben werden nicht weniger.

Neue Baugebiete müssten nicht nur geplant, sondern auch für deren dauerhafte Erhaltung gesorgt werden, nannte Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée ein Beispiel. Zwischen Kommunen gebe es mittlerweile Kooperationen etwa bei Gewerbegebieten, die gemeinsam geplant würden. Kosten und Gewinne teilten sich die Akteure.

„Viele Altschulden vorhanden”

Die Entwicklung des ÖPNV sieht Vallée als große Herausforderung. So seien vielerorts Schienenfahrzeuge im Stadt- und Nahverkehr 30 bis 40 Jahre alt und müssten erneuert werden. Doch wie soll es bezahlt werden? „Bei den Kommunen sind so viele Altschulden vorhanden, da sind kaum Auswege zu erkennen”, so Vallée. Hinzu komme die demographische Entwicklung. Früher sei in Erwartung von Bevölkerungszuwachs eher Wirtschaften auf Kredit möglich gewesen.

So hielten die Kommunen Ausschau, wie sie Aufgaben verlagern könnten. Beispielsweise gebe es in Heinsberg einen ehrenamtlichen Busverkehr zwischen den Ortschaften. Die Kommune stelle nur das Fahrzeug. Ein anderes Beispiel kommt aus den USA. Dort würden Beiträge für die Verkehrsanbindung von Firmen und Anwohnern eingesammelt, weil die von gut angeschlossenen Gebieten profitieren. In London und Oslo habe man eine City-Maut eingeführt, um so den ÖPNV zu subventionieren.

Modelle übertragen

Die Experten diskutieren nun in Aachen, wie man solche Modelle auf hiesige Verhältnisse übertragen könnte.
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