Klinikum: Beinahe 5000 Unterschriften überreicht

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Es war interessant, wie die hohen Damen und Herren mit der Situation umgingen: Manche ignorierten die Bilder auf dem Boden und traten sie mit Füßen, hier Kaufmännischer Direktor Detlef Klimpe, andere versuchten dagegen, sich am Rand zu bewegen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Es sollte wohl eine Art Spießrutenlauf sein: Durch ein Spalier von Dutzenden Mitarbeitern mussten am Mittwoch die Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand des Universitätsklinikums Aachen schreiten, um an den Tagungsort, den Spiegelsaal im Erdgeschoss des Riesenkrankenhauses, zu gelangen.

Auf dem Boden zwischen den Wartenden lagen Plakate mit Bildern und Namen der Betroffenen, vermerkt darauf die Anzahl der Dienstjahre. Anmerkungen wie „28 Jahre im Dienste des Patienten” oder „Nach der Privatisierung ist der Spaß vorbei” erinnerten an der Ernst der Lage.

40 Abteilungen sind nach Angaben der Gewerkschaft Verdi von Outscourcing bedroht. Es war interessant, wie die hohen Damen und Herren mit der Situation umgingen: Manche ignorierten die Bilder auf dem Boden und traten sie mit Füßen, andere versuchten, sich am Rand vorbeizubewegen.

Konkret ging es am Mittwoch um Zentrallabor und Mikrobiologie mit rund 100 Arbeitsplätzen. Deren Privatisierung soll ein Einsparvolumen von mehr als drei Millionen Euro erbringen, hat eine Untersuchung des Vorstands ergeben. Der hat sich deshalb auch für die Privatisierung dieser beider Abteilungen ausgesprochen, wurde aber von der nächsthöheren Ebene, dem Aufsichtsrat, zunächst gestoppt.

Dieser wollte selbst entscheiden und deshalb stand das Thema am Mittwoch auf der Tagesordnung. An der Eingangstüre wurden den Entscheidern weiße Rosen überreicht, einer der Hauptprotagonisten der Privatisierung, Vorstandsvorsitzender Prof. Henning Saß, nahm sie erst im zweiten Anlauf an.

Draußen auf dem Flur konnte Personalratsvorsitzender Helmut Lemaire auch Positives vermelden: Neun der 40 Bereiche, die zur Debatte stehen, sind aus der Schusslinie. Sie sind in einem hausinternen Controlling von neutraler Stelle mit Angeboten privater Anbieter verglichen wurden und haben den Test mit Bravour bestanden. Lemaire: „Wir waren deutlich besser, da sind wir stolz drauf.” 150 Mitarbeiter in Bettenzentrale, Polsterei, Näherei, Gärtnerei oder Wäscherei brauchen sich jetzt keine Sorgen mehr um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze zu machen.
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