Kein Riesentoaster: Altes Heizkraftwerk ist „ein Juwel”

Von: Jan Mönch
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Ist nun außen ein Hingucker und bietet innen mehr Platz für die Lehre: Das ehemalige Heizkraftwerk in der Wüllnerstraße. Foto: Harald Krömer

Aachen. Moderne und spektakuläre Achitektur, so der Eindruck von Felix Gathmann, wird gerade von jungen Menschen nicht immer hinreichend gewürdigt. Als das Super C frisch aus der Taufe gehoben war, vernahm der ehemalige Asta-Vorsitzende, wie ein verwirrter Betrachter sich über „die riesige Bushaltestelle neben dem Hauptgebäude” wunderte.

Unmittelbar hinter dem inzwischen zu nicht nur regionaler Prominenz gelangten „Wartehäuschen” haben Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) sowie das Architektur-Büro „IP arch” nun den Umbau des ehemaligen Heizkraftwerks der RWTH fertig gestellt. Seit einigen Wochen wird dort bereits gelehrt, am Donnerstag folgte die symbolische Schlüsselübergabe an Rektor Ernst Schmachtenberg und Aloys Krieg, Prorektor für Lehre.

Ein Stück Außendarstellung

Reine Zweckerfüllung und städtebauliche Verantwortung, sinnierte BLB-Leiter Harald Lange nach 17 Monaten Bauzeit, seien es zunächst, die jedem Bauvorhaben zugrunde liegen sollten. Und abgesehen davon gehe es gerade für eine Hochschule immer auch darum, ein Stück Außendarstellung zu verwirklichen: „Ich bin überzeugt davon, dass Studenten sehr genau darauf achten, wie sich ihre Hochschule präsentiert. Und damit meine ich auch, wie sie sich baulich präsentiert.”

Felix Gathmann konnte zwar auch zu dem 30 Meter hohen, 34 Meter langen und elf Meter breiten Bau das passende Zitat wiedergeben: „Was macht eigentlich der riesige Toaster hinter der riesigen Bushaltestelle?”. Doch mit seinen nächtens in dunklem Orange glühenden Lamellen ist das Objekt nach Einbruch der Dunkelheit tatsächlich ein echter Hingucker.

Mehr noch als die Optik werden die an der RWTH Immatrikulierten zu schätzen wissen, dass mit dem knapp neun Millionen Euro teuren Projekt etwas gegen die schon seit Jahren bestehende Raumnot getan wurde. Zwei Hörsäle, ausgelegt für jeweils 200 Personen, birgt das ehemalige Heizkraftwerk nun. Vervollständigt werden die 950 Quadratmeter Nutzfläche durch Seminar- und Multifunktionsräume.

Die Umsetzung war kein Kinderspiel - für Peter Russell, Lehr- und Forschungsgebiet Computergestütztes Planen am TH-Institut für Architektur und Gesellschafter bei „IP arch” in Personalunion, war es sogar eher „ein dreidimensionales Puzzle”. Schließlich bestand die Aufgabe darin, sowohl das neue Raumangebot als auch die glimmende Fassade in das bereits seit 1950 bestehende Tragwerk zu integrieren. Daran, dass dies gelungen ist, hat der Architekt keine Zweifel: „Es ist uns gelungen, einen hoffnungslosen Fall in ein Juwel zu verwandeln.”
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