Immer weniger Studierende erhalten Bafög

Von: dpa
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Nur etwa jeder siebte Student in NRW erhält Leistungen nach dem BAFöG. Foto: Andrea Warnecke

Düsseldorf. Der Anteil der Studierenden, die es trotz schwacher Finanzen mit staatlicher Unterstützung an eine Hochschule schaffen, wird in Nordrhein-Westfalen immer geringer. Nur etwa jeder siebte Student in NRW erhält Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG).

Das geht aus der neuen Jahresbilanz der Studierendenwerke NRW hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf vorliegt.

Demnach wurden 2016 nur noch 14,8 Prozent der Studierenden mit BAFög unterstützt - 2015 waren es noch 16,4 Prozent. Die Quote sinkt seit Jahren. Der Trend führe dazu, dass Kinder aus nicht-akademischen Elternhäusern eher von einem Studium abgehalten werden, kritisierte ein Sprecher der Studierendenschaften NRW.

Die gute Nachricht: Die durchschnittliche Warmmiete kostete im Studentenwohnheim inklusive Internet mit 245 Euro nur einen Euro mehr als 2015. Sie Zahl der heiß begehrten Wohnheimplätze stieg um 370 auf 38.916. Die Preise für ein Mensa-Essen lagen zwischen 1,10 und 7,90 Euro - im Vorjahr lag die Spanne zwischen 1,50 und 6,50 Euro.

Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden weiter berichtete, waren 2016 unter den Geförderten rund 239.000 Schüler (minus 7,6 Prozent) und 584.000 Studierende (minus 4,5 Prozent).Nur knapp die Hälfte der Bafög-Empfänger (48 Prozent) erhielt im vergangenen Jahr den maximalen Förderbetrag, der für Studenten jetzt bei 735 Euro pro Monat liegt.

Im Durchschnitt erhielten geförderte Schüler monatlich 435 Euro (plus 14 Euro) und geförderte Studierende 464 Euro (plus 16). 28 Prozent der Geförderten wohnten bei ihren Eltern, fast drei Viertel außerhalb des Elternhauses.

Seit 2015 finanziert der Bund das Bafög allein und nimmt den Ländern damit über eine Milliarde Euro pro Jahr an Kosten ab. Die zum Wintersemester 2016/17 greifende Bafög-Reform sollte zur Folge haben, dass mehr Schüler und Studenten die staatliche Hilfe erhalten.

Im vergangenen Jahr gab der Staat laut Statistischem Bundesamt dafür 2,9 Milliarden Euro aus, 102 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor (minus 3,4 Prozent). Für das Schüler-Bafög wurden knapp 0,8 Milliarden Euro (minus 43 Millionen Euro) bereitgestellt, für die Studierendenförderung 2,1 Milliarden Euro .

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