Im Schnitt 13 Euro mehr Bafög

Von: dpa
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Immer mehr Studenten bekommen Bafög. Foto: dpa

Berlin. Studenten bekommen rückwirkend zum 1. Oktober mehr Bafög. Der Bundesrat beschloss am Freitag eine Anhebung der Ausbildungsförderung. Die Bafög-Bedarfssätze steigen um zwei Prozent, die Einkommensfreibeträge um drei Prozent.

Maximal 670 Euro monatlich können Studenten künftig kassieren - statt bislang 648 Euro. Im Schnitt bringt die Erhöhung 13 Euro mehr im Monat. Durch eine Anhebung der Freibeträge wird auch der Kreis der Studenten erweitert, die Bafög erhalten. Das Einkommen der Eltern, bis zu dem ein Kind die volle Förderung bekommt, steigt um drei Prozent.

Bei Verheirateten wächst der Betrag von derzeit 1.555 Euro netto auf 1.605 Euro monatlich, bei Alleinstehenden von derzeit 1.040 auf 1.070 Euro. 50.000 bis 60.000 Studenten könnten dadurch laut Bildungsministerium zusätzlich von der Ausbildungsförderung profitieren. Für Master-Studenten gibt es beim Bafög eine gesonderte Altersgrenze. Wer bis zum 35. Lebensjahr ein Master-Studium beginnt, kann künftig noch die staatliche Förderung beziehen. Bisher lag die Altersgrenze bei 30 Jahren. Kinderbetreuungszeiten sollen besser berücksichtigt werden.

Teilerlasse bei der Darlehensrückzahlung fallen dagegen weg. Das Fördergeld müssen Studenten bis zu einer Höchstgrenze von 10.000 Euro nach dem Ende des Studiums zurückzahlen. Bislang galt die Regel, dass sie weniger abstottern müssen, wenn sie ihr Studium besonders schnell oder mit einem besonders guten Abschluss beenden. Diese „Leistungsanreize” wird es künftig nicht mehr geben. Die Abwicklung sei für die Prüfungsämter sehr aufwendig, die Wirkung jedoch gering, heißt es zur Begründung. Die Deckelung der Rückzahlung auf 10.000 Euro bleibt aber erhalten.

Die Bafög-Novelle wird voraussichtliche Mehrkosten von 360 bis 370 Millionen Euro pro Jahr verursachen - etwa 200 Millionen Euro für den Bund und etwa 160 bis 170 Millionen Euro für die Länder. Die Zahl der Empfänger ist in den vergangenen Jahren gestiegen - ebenso wie die durchschnittliche Höhe der Förderung. Das liegt an Erhöhungen in den Jahren 2001 und 2008. Zuvor herrschte jedoch lange Flaute. In den 90er Jahren gab es so gut wie keine Anhebung der Sätze.

Die Zahl der Empfänger schrumpfte zwischen 1991 und 1998 kontinuierlich und rutschte bis auf rund 530.000 ab. Inzwischen hat die Empfängerzahl wieder das Niveau von 1991 erreicht. 2009 bekamen rund 870.000 Schüler und Studenten Bafög, etwa 550.000 davon Hochschüler. Damit profitiert derzeit etwa ein Viertel der rund zwei Millionen Studenten von der Ausbildungsförderung. Im Durchschnitt beträgt sie für Hochschüler bislang 434 Euro.

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