Hörsaalzentrum: Großprojekt zwischen Turmstraße und Westbahnhof

Von: Amien Idries
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Rektor Ernst Schmachtenberg (2. von rechts) ist sehr angetan vom Siegerentwurf für das neue Hörsaalzentrum an der RWTH. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wenn Professor Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen, von einem „epochalen Ereignis” spricht, „das nur alle 30 Jahre auf eine Universitätsstadt zukommt”, sollten auch die nichtstudierenden Aachener hellhörig werden.

Mit diesen Worten bedachte Prof. Schmachtenberg am Montag den geplanten Bau eines neuen Hörsaalzentrums, der nun in die heiße Phase geht.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) hatte einen Realisierungswettbewerb für das Gelände zwischen Turmstraße und Westbahnhof ausgeschrieben, dessen Siegerentwurf am Montag im Super-C präsentiert wurde.

12.000 Quadratmeter

„Das Gelände hat eine Größe von 12.000 Quadratmetern, und wir rechnen mit einer Gesamtinvestitionssumme von rund 80 Millionen Euro”, präsentierte Harald K. Lange, Leiter der BLB-Niederlassung in Aachen, die nackten Zahlen des Projektes.

Dabei sei die besondere Herausforderung für die teilnehmenden 15 Büros gewesen, die noch bevorstehende Entwicklung der RWTH gen Westen zu berücksichtigen und somit die Verknüpfung von Innenstadt und Campus West zu realisieren.

Diese städtebauliche Komponente betonte auch Oberbürgermeister Jürgen Linden, der eben diese Klammerfunktion des neuen Repräsentativbaus hervorhob.

Wie unterschiedlich die architektonische Umsetzung dieser Vorgaben ausfallen kann, zeigte sich dann beim Rundgang durch die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten, die noch bis zum 16. Juli geöffnet ist. Der mit 60.000 Euro belohnte Siegerentwurf kommt von Schmidt, Hammer & Lassen, einem Architekturbüro aus Aarhus in Dänemark, und fällt aufgrund der durchgehenden Fassadenbegrünung sofort ins Auge.

„Diese Begrünung wird mit Hilfe von Kassetten, in denen sich Erde und die Bewässerungsautomatik befindet, an der Fassade angebracht”, erläutert Michael Duder vom Architekturbüro Werner Sobek, das mit den Dänen kooperiert.

Diese Methode habe hervorragende Eigenschaften im Hinblick auf Wärmedämmung und Schallschutz. „Darüber hinaus lässt sich die Fassade als Symbol für Nachhaltigkeit, die mit Mitteln modernster Technologie erreicht wird, verstehen und steht somit für die Technologiestärke der RWTH.”

Duder merkte zwar an, dass eine solche Begrünung bisher noch nie so großflächig umgesetzt worden sei, rechnet aber nicht mit technischen Problemen.

Das geplante Hörsaalzentrum besteht aus zwei Gebäuden, die einen glasüberdachten Innenraum einfassen. Dieser soll als Begegnungsraum fungieren. Im nördlichen Teil wird der große Hörsaal mit 1800 Plätzen untergebracht sein, während der an die Turmstraße grenzende Komplex kleinere Hörsäle und Seminarräume beherbergen soll.

„Das Problem des Entwurfes bestand darin, die Turmstraße, die als wichtige Verkehrsader das künftige Hörsaalzentrum vom innerstädtischen Campus quasi abschneidet, optisch zu überwinden”, erläutert Sven Greiser vom dänischen Gewinnerbüro. Durch den Entwurf gelänge dies, weil der geplante Komplex wie ein Eingang zum künftigen Campus West wirke.

Für Greiser war die Vorstellung übrigens eine Art Heimkehr, absolvierte er doch sein Studium in Aachen: „Für mich ist es natürlich etwas ganz besonderes als Architekt, am neuen Gesicht meiner ehemaligen Hochschule mitwirken zu können.”

Die Knie schlottern

Rektor Schmachtenberg freut sich jedenfalls auf das neue Gebäude. Auch wenn er gestand, dass seine Knie ein wenig schlottern: „Dieses Zentrum spielt in der künftigen Entwicklung der RWTH eine Schlüsselrolle. Deshalb muss es richtig gut werden, damit wir uns in den nächsten 30 Jahren nicht ärgern.”
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