Hochschulsport im Provisorium

Von: Jan Mönch
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Gymnastik ganz bunt: „Six on the beach” heißt das Programm der Gruppe „RWTH Gym”. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Sportshow läutet bereits seit Jahrzehnten das neue Jahr im Hochschulsport ein, zugleich gibt es stets einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Auch diesmal zeigten 19 Gruppen aus Bereichen wie Kampfsport, Tanz und Akrobatik ihr Können mit spektakulären Choreographien.

Zuvor waren die erfolgreichsten Sportler des Kalenderjahres 2008 geehrt worden waren. Auch 20 Jahre nach Abschaffung des Lehramtsstudienganges Sport ist die Hochschulsportshow noch ein begeistert gefeiertes Spektakel.

Am Leben erhalten wird dieses durch die ehrenamtliche Leistung von Studierenden an RWTH und FH, aber auch von hauptamtlich Angestellten, die sich in ihrer Freizeit für das Ereignis am Königshügel engagieren.

„Irgendwie klappt das immer”, sagt Stephan Werland vom Sportreferat. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass ehrenamtliches Engagement für die Studierenden beider Hochschulen immer schwieriger mit dem Lehrplan vereinbar ist.

„Die Studenten sind einem zunehmenden Leistungs- und Karrieredruck ausgesetzt”, schildert Werland und meint damit die Belastung durch Studiengebühren und die Umstellung auf das System Bachelor/Master.

Im Anschluss an die Hochschulsportshow ließen die Ehrenamtler im Bierzelt am Königshügel die traditionelle Aftershow-Party steigen. Das Zelt wurde nicht etwa für die Party errichtet. Abseits der Großveranstaltung dient es bereits seit geraumer Zeit als behelfsmäßige Sporthalle - Nico Sperle, Leiter des Hochschulsportzentrums, bezeichnet diese mittlerweile recht beständige Übergangslösung als „Schandfleck”.

Das Zelt zeige, dass der Hochschulsport die Nachfrage von Seiten der Immatrikulierten nicht annähernd befriedigen könne. „Wir müssen ja die ganze Woche über Leute wegschicken. Manche hoffen dann darauf, beim nächsten Mal mehr Glück zu haben. Andere kommen gar nicht wieder.” So würden nur 20 Prozent der Studierenden mit dem - was die Vielfalt der Sportarten betrifft - durchaus umfangreichen Angebot erreicht.

Eine zweite Sporthalle am Königshügel steht ganz oben auf der Wunschliste des Hochschulsportzentrums, ferner ein Kunstrasenplatz für Fußballer. Und auch bei der Expansion der Hochschule in Richtung Melaten würden Sperle und seine Mitarbeiter gerne sehen, dass ihre Abteilung mitwächst.

Bei entsprechender Förderung, auch durch Sponsoren, besteht dort kein Zweifel, dass es ein Leichtes wäre, die Quote der erreichten Studenten auf 40 Prozent zu verdoppeln - diese Zahl sei an anderen Hochschulstandorten die Norm. Sperle: „Dann wäre Aachen auch im Hochschulsport Elite.”
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