Hochschulen erhalten künftig mehr Geld

Von: Jan Drebes
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Berlin. In Deutschland sind in diesem Jahr so viele Studenten eingeschrieben wie niemals zuvor. Rund 2,7 Millionen angehende Akademiker sind immatrikuliert, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 81.500 Studenten (3,1 Prozent).

Für die Hochschulen und die Politik ergibt sich ein Finanzierungsproblem: Sie sind dem Ansturm auf die Hörsäle kaum gewachsen. Woher also kommt das Geld für die Universitäten? Aus dem Bundesforschungsministerium von Johanna Wanka (CDU) heißt es stets, die Hochschulfinanzen kämen nun in ruhigeres Fahrwasser.

Hintergrund sind die am Freitag im Bundesrat verabschiedeten Gesetze zur Unterstützung von Hochschulprojekten durch den Bund sowie für eine Bafög-Reform. Einerseits hat die Länderkammer zugestimmt, dass der Bund künftig sämtliche Bafög-Kosten übernimmt. Die Länder, die bislang 35 Prozent zahlten, sparen so jährlich rund 1,2 Milliarden Euro. Zudem soll der Bafög-Höchstsatz im Herbst 2016 auf 735 Euro steigen. Verknüpft damit war eine Grundgesetzänderung, die das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern lockert. Nun darf Wanka dauerhaft Geld für Projekte an Unis geben, die von überregionaler Bedeutung sind.

Neben Exzellenzinitiative und Forschungspakt ist zudem die Einigung bei den Programmpauschalen entscheidend: Für ab 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekte werden die Länder künftig zwei Prozent der Fördersumme dazugeben; der Bund legt noch einmal 20 Prozent drauf.

Doch Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen, kritisiert, dass der Satz von 22 Prozent nicht bei allen Projekten reichen werde. Schmachtenberg warnt vor Wettbewerbsnachteilen. Es sei erkennbar, dass die Länder überfordert sind, wenn sie alleine die Aufgabe schultern sollen, einige Universitäten so auszustatten, dass diese im internationalen Wettbewerb der Spitzenforschung Schritt halten können. Er macht sich aber Hoffnung, dass künftig „auch einigen Universitäten in Deutschland wieder der Anschluss an die internationale Spitze gelingt“.

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