Hochschule: Missbrauch ist Thema der Sozialarbeiter-Ausbildung

Von: kna
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Aachen. Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO) legt besonderen Wert darauf, angehende Sozialarbeiter über Ursachen und Folgen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu informieren.

Zudem würden Methoden vermittelt, mit Tätern und Opfern zu arbeiten, sagte die Dekanin der KatHO Aachen, Marianne Genenger-Stricker, am Dienstag vor Journalisten in der Karlsstadt. Weiter setze die Hochschule für soziale Arbeit darauf, dass die Studenten eine berufsethische Haltung entwickeln. Auch bereits ausgebildete Sozialarbeiter müssten in ihrem Berufsumfeld Möglichkeiten haben, das Thema sexueller Missbrauch etwa im Rahmen von Supervisionen zu reflektieren.

Der Professor für Klinische Psychologie und Supervision, Jörg Baur, betonte, aufgrund der Verkürzung des Studiums im Rahmen des Bologna-Prozesses könne nur Basiswissen über den Umgang mit sexuellem Missbrauch weitergegeben werden. Mehr sei nicht möglich. Allerdings werde in einem themenspezifischen Seminar und in der Vorlesung Klinische Psychologie den Studenten das notwendige Rüstzeug geliefert, in ihrer Arbeit als Sozialarbeiter Symptome wahrzunehmen, um sich dann an Fachkräfte zu wenden.

Die leitende Sozialpädagogin Ute Gäs-Zeh unterstrich, in Fällen von sexuellem Missbrauch unterliege die Arbeit von Sozialarbeitern klaren Grenzen. Es müsse klar definiert werden, wo die Grenzen liegen und ab wann andere Fachleute gefragt seien. Angesichts der komplizierten Thematik sei es wichtig, dass die Studenten die Netzwerke und Beratungsstellen von Jugendamt, Polizei und freien Trägern genau kennen.

Die KatHO NRW an den Standorten Aachen, Köln, Münster und Paderborn ist mit rund 3500 Studierenden die bundesweit größte staatlich anerkannte Fachhochschule in kirchlicher Trägerschaft. Träger der 1971 gegründeten Hochschule sind die Bistümer Esseen, Köln, Münster und Paderborn.
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