Hilfe für entwicklungsgestörte Kinder

Von: Nina Krüsmann
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15 Jahre Sozialpädiatrisches Zentrum: Aus diesem Anlass gab es eine Informationsveranstaltung über die SPZ-Projekte. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Kindern zu helfen, die in ihrer körperlichen, sprachlichen oder geistigen Entwicklung beeinträchtigt sind, ist die Aufgabe des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ). Der 1994 gegründete Teil der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Aachen befindet sich hinter dem Klinikum am Schneebergweg.

„Rund zehn Prozent aller Kinder sind zeitweise oder dauerhaft beeinträchtigt”, sagt Oberärztin Dr. Reinhild Damen, Leiterin des SPZ. Um die Art der Benachteiligung genau zu bestimmen und das Kind individuell und ganzheitlich zu fördern, arbeiten Experten verschiedener Fachrichtungen im Zentrum eng zusammen.

Neben speziell ausgebildeten Kinder- und Jugendärzten sind spezialisierte Psychologen und Therapeuten wie Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden und Heilpädagogen in der ambulanten Versorgungseinrichtung im Einsatz.

„Wir behandeln Kinder, die in verschiedenen Bereichen der Entwicklung und des Verhaltens Störungen aufweisen, behindert oder von Behinderung bedroht sind”, verdeutlicht Damen. Zum Team gehören Kinderärztinnen, Psychologinnen, Heilpädagoginnen, Logopädinnen, Ergotherapeutinnen und Krankengymnastinnen.

Behandelt und begleitet werden Kinder ab der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren. Frühgeburten, Kinder mit Verzögerungen in der motorischen, sprachlichen und allgemeinen Entwicklung, mit neurologischen Erkrankungen, angeborenen Fehlbildungen und Syndromen oder Mehrfachbehinderungen zählen zu den Patienten.

Fortbildungen zu ADHS

Der Förderverein des SPZ kümmert sich um solche Kinder, die trotz aller Mühen durch das soziale Netz fallen. „Im Wesentlichen werden zwei große Projekte gefördert, die Schuleingangsuntersuchungen und Fortbildungen zum Erkrankungsbild des Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS)”, betonte Damen jetzt anlässlich des 15-jährigen Bestehens.

In Zusammenarbeit mit den Kindergärten und dem Kinder- und jugendärztlichen Dienst unterstützt der Förderverein derzeit drei Therapeutinnen, die in bestimmte, Kindergärten gehen.

„Wegweisend hierfür war die Feststellung, dass in Aachen derzeit etwa 20 Prozent aller Kinder nicht von ihren Eltern einem Arzt zur Vorsorgeuntersuchung U8 und U9 vorgestellt werden, die aber in erhöhtem Maße förderbedürftig sind”, schildert Damen.

„Unser zweites Anliegen sind Fortbildungsveranstaltungen, die Kindergartenmitarbeiter und Lehrer über ADHS informieren”, erklärt SPZ-Psychologin Kathrin Hoberg. Seit 2000 hat das Zentrum in 26 Schulen Infoveranstaltungen initiiert und finanziert, um über das Krankheitsbild zu informieren und den Lehrern effektive Maßnahmen an die Hand zu geben.

Momentan werden die Fortbildungsaktivitäten in Kindergärten intensiviert. „Ziel ist, Verständnis für die Kinder und das Störungsbild aufzubauen, damit die Betroffenen in den Alltag integriert werden und entsprechend therapiert werden können”, betont Hoberg. Für die kommenden Monate sei ein Ausbau dieser Aktivitäten das wichtigste Ziel.
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