Hightech-Unternehmen Fraba: Auf dem Sprung in Richtung Campus

Von: Matthias Hinrichs
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Kleiner Technologiedienstleister mit großen Zielen: Centitech-Geschäftsführer Bernd Kagerer (stehend) und der Technische Leiter Christian Lilienthal tüfteln seit einigen Wochen am neuen Standort Uersfeld. In spätestens drei Jahren will das Unternehmen als eines der ersten im Campus Melate ansässig Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn es darum geht, komplizierte Schwellen zu überwinden, sind Bernd Kagerer und seine Kollegen weltweit gefragte Experten. Der Geschäftsführer der Centitech GmbH und sein Team tüfteln in ihrer brandneuen Denkfabrik im „Engineering Park Aachen” (EPA) täglich an modernsten Sicherheitskonzepten für sensorgesteuerte Eingangsportale.

In eigener Sache hat die Centitech - respektive deren Muttergesellschaft, die global agierende Fraba AG - erst vor ein paar Wochen völlig neue Türen geöffnet. Ende 2010 hat die kleine, aber feine Entwicklungsgesellschaft mit Hauptsitz in Köln sich im alten Stammsitz der Firma Krantz in Uersfeld niedergelassen.

Allerdings nur vorübergehend. Denn der Blick der Ingenieure schweift schon jetzt nicht von ungefähr Richtung Klinikum, wenn sie aus den Fenstern des lichtdurchfluteten, im schlichten Stil des Industriezeitalters sanierten Großraumbüros schauen. „In zwei bis drei Jahren”, berichtet Kagerer nicht ohne Stolz, „wollen wir unsere neue Zentrale im Campus Melaten beziehen.”

Magnet für junge Firmen

Zukunftsmusik schönster Prägung - nicht zuletzt in den Ohren von Thomas Hissel: Schon jetzt nämlich, weiß der stellvertretende Leiter des städtischen Fachbereichs für Wirtschaftsförderung, wirkt das geplante Megaprojekt von Stadt und RWTH wie ein Magnet auf junge Firmen, die auf der Suche nach idealen Aktionsplattformen sind. Centitech darf als eine der ersten gelten, die von den „exzellenten” Vorzügen des neuen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts im Aachener Westen profitieren sollen.

Von wegen Türen öffnen: „In jüngster Zeit ist die Zahl der Unternehmen, die wir bei der Suche nach einer Niederlassung betreut haben, von vordem rund 130 auf 160 pro Jahr gestiegen”, berichtet Hissel. In immerhin 30 Fällen konnte eine Ansiedlung allein im vergangenen Jahr realisiert werden, 160 neue Arbeitsplätze wurden so geschaffen.

Bei der - zunehmend schwierigen - Fahndung nach hochqualifizierten Elektrotechnikern und Maschinenbauern ist die Centitech freilich längst auf intensive Tuchfühlung mit der RWTH gegangen. Derzeit, erklärt Kagerer, sind am neuen Standort Uersfeld fünf von zehn Mitarbeitern, davon drei Diplom-Ingenieure, permanent im Einsatz. Bis 2013/14 soll die örtliche Belegschaft auf 20 Stellen wachsen. Mit derzeit insgesamt rund 80 Beschäftigten versteht sich die „Mutter” Fraba durchaus als „klassischer Mittelständler” - allerdings mit weltweiter Ausstrahlung.

Neben dem brandneuen Standort Uersfeld sowie Köln verfügt die im direkt benachbarten Heerlen ansässige Holding über Niederlassungen in New York, im polnischen Slubice und in Singapur.

8500 Quadratmeter vermietet

Dass die jungen Ingenieure ihr neues Quartier an der niederländischen Grenze vor allem als Sprungbrett Richtung Campus verstehen, bereitet den Vermarktern des alten und neuen Technologie-Standorts EPA nach eigenem Bekunden dennoch kein allzu großes Bauchgrimmen. „Die Zahl unserer Mieter wächst kontinuierlich”, sagt Rudolf H. Lichius, Prokurist der AMW Projekte GmbH, die das ehemalige Krantz-Gelände vor rund fünf Jahren gemeinsam mit dem Architekten Michael Heins erworben hat. Von 11.000 Quadratmetern Gewerbefläche in Uersfeld sind rund 8500 belegt.

Das Aachener Unternehmens-Urgestein Krantz - heute Bestandtteil der YIT Germany GmbH - residiert in einem eigenen Neubau auf dem 45.000 Quadratmeter umfassenden EPA-Areal. Ohne Ambitionen in Sachen Umzug. „Wir können derzeit ganz gut damit leben, dass wir auch Mieter haben, die nur vorübergehend bleiben”, meint Lichius. „Zumal eine Firma wie die Fraba perfekt in unser Ansiedlungskonzept passt.”
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