Hauptmensa zieht ins Zelt

Von: Gerald Eimer
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Festzeltatmosphäre auf dem Ho
Festzeltatmosphäre auf dem Hochschulgelände: Während des Umbaus der Mensen an der Turmstraße sollen Aachens Studenten in einem Provisorium am Kármán-Auditorium verpflegt Foto: Harald Krömer

Aachen. Heute servieren die Köche noch einmal Gulaschsuppe, dann heißt es Abschied nehmen: Die Mensa II ist die erste Einrichtung an der Turmstraße, die sich auf den großen Umzug des Studentenwerks vorbereitet. Deren Hauptgebäude wird grundlegend saniert und umgebaut und muss für diesen Zweck 18 Monate lang geschlossen werden.

Bis zur Wiedereröffnung im Oktober 2013 müssen viele Studenten von alten Gewohnheiten lassen. So werden die Mensa I und die Cafeteria Ende der Woche ebenfalls ausquartiert. Dort wollen sich die Köche am Freitag mit Sauerbraten bzw. Lachsfilet verabschieden.

Die komplette Verwaltung packt in der Woche drauf die Koffer und wechselt Richtung Bushof zur Peterstraße. Alles in allem sind knapp 100 Studentenwerks-Beschäftigte von dem Umbau an der Turmstraße betroffen.

Bafög-Amt und Wohnheimsverwaltung werden für gut anderthalb Jahre die ehemaligen Räume der Barmer-Ersatzkasse an der Ecke Peterstraße/Blondelstraße beziehen. Auch die Studentenvertretung AStA erhält dort ihr Übergangs-Domizil.

Täglich bis zu 1000 Essen

Der Mensabetrieb soll hingegen in Uni-Nähe provisorisch aufrecht erhalten werden, wie Ute von Drathen mitteilt. So wird derzeit bereits ein Zelt im Hof des Kármán-Auditoriums aufgebaut, in dem ab 26. März täglich bis zu 1000 Essen ausgegeben werden sollen. Rund 360 Studenten sollen in dem Zelt Platz finden.

Das Essen wird andernorts gekocht und angeliefert. Ab Mitte Mai will das Studentenwerk zusätzlich eine mobile Imbissküche vor der Hochschulbibliothek an der Wüllnerstraße aufbauen und auch dort die Versorgung der Studenten gewährleisten.

Der Mensa-Umbau an der Turmstraße ist Teil der Pläne, mit denen auch das Studentenwerk auf den in den nächsten Jahren erwarteten Ansturm neuer Studenten reagiert, wie Rüdiger Karbowski, verantwortlich für die kaufmännische Verwaltung des Studentenwerks, erläutert.

So soll alleine die Zahl der Sitzplätze in den Mensen an der Turmstraße von bislang rund 920 auf 1500 erhöht werden. Erst in der vergangenen Woche ist die umgebaute und um 350 Plätze erweiterte Mensa Vita in Melaten wiedereröffnet worden.

Doch auch darüber hinaus ist eine Sanierung des Baus an der Turmstraße überfällig. Die Bausubstanz ist marode, die Arbeitsbedingungen sind vielfach nicht mehr zeitgemäß.

Die alte Mensa wird demnach am Ende kaum wieder zu erkennen sein: Der Eingangsbereich soll völlig neugestaltet werden, die Fassade wird saniert, Büros werden modernisiert. Aufzüge sollen künftig einen barrierefreien Zugang zu den einzelnen Service-Bereichen ermöglichen, kündigt von Drathen an.

Und schließlich erhofft sich das Studentenwerk im jetzigen Foyer eine lebendige Marktplatz-Atmosphäre durch Burger-, Pasta, und Kaffee-Bars. Alles in allem sind die Umbaukosten laut Karbowski mit rund 19 Millionen Euro veranschlagt, wobei der Großteil vom Land getragen wird.

Aus Sicht der Stadt ist die aufwendige Sanierung dennoch nur die „zweitbeste Lösung”, wie Baudezernentin Gisela Nacken erklärt. Sie hatte einen Mensa-Neubau auf dem Gelände zwischen Hauptgebäude und Audimax favorisiert, um die „Mensa mehr ins Zentrum zu holen”.

Zugleich hätte das Grundstück an der Turmstraße anderweitig genutzt werden können. Dass das Studentenwerk sich umentschieden hat, hatte vorübergehend für ein unterkühltes Verhältnis zur Stadt gesorgt.

Inzwischen sagt Nacken: „Wir tragen das jetzt mit.” Die Turmstraße wird demnach auch in Zukunft die wichtigste Adresse für hungrige Studenten in Aachen sein.
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