Gleiche Studienbedingungen für Abi-Doppeljahrgang

Von: dpa
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Studierende
Studierende in einer Bibliothek. Foto: dpa

Düsseldorf. Der Doppel-Abiturjahrgang 2013 soll an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen keine Nachteile haben. Das hat NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Freitag in Düsseldorf versichert. „Jeder, der studieren möchte und kann, erhält einen Studienplatz”.

Auch die Fächerwahl werde nicht eingeschränkt, sagte der Minister. „Ich erwarte keine Verschärfung des Numerus clausus (NC).” Die Opposition und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) werteten die Äußerungen als unhaltbare Versprechen.

In NRW wird 2013 mit 111.000 Studienanfängern gerechnet - 20.000 mehr als 2009. Erstmals seit Einführung der Schulzeitverkürzung machen dann gleichzeitig Absolventen nach 12 und nach 13 Regelschuljahren Abitur.

Darauf stellt sich die Landesregierung mit einem „Masterplan Studium 2020” ein. Bis dahin sollen bis zu 3500 zusätzliche Professoren und Lehrkräfte eingestellt werden. Schließlich würden die Studienanfängerzahlen noch bis zum Ende des gesamten Jahrzehnts weit über dem Niveau von 2005 liegen, erläuterte Pinkwart. Damals schrieben sich an den NRW-Hochschulen 80.000 Erstsemester ein. Demgegenüber erwartet das Land für die Jahre 2011 bis 2020 zusätzlich 140.000 Studienanfänger.

Bei den Planungen werde auch berücksichtigt, dass der doppelte Abitur-Jahrgang nicht komplett im selben Jahr an die Hochschulen gehe. Viele legten vorher ein Auslands- oder freiwilliges soziales Jahr ein, absolvierten eine Ausbildung oder den Wehrdienst. „Daher wäre es grundfalsch, einmalig für 2013 die Zahl der Studienplätze über die Maßen zu erhöhen”, betonte Pinkwart. Erfahrungsgemäß werde sich auch der Jahrgang 2013 auf vier Studienanfänger-Jahre verteilen.

Er rechne damit, dass die Abschlussbilanz der Studienjahrgänge 2010 zeigen werde, dass in NRW seit 2007 bis zu 29.000 zusätzliche Studienplätze geschaffen werden konnten, sagte Pinkwart. Mit 1,8 Milliarden Euro sollen die Kapazitäten bis 2020 noch erweitert werden. „Das Geld geht dahin, wohin die zusätzlichen Studienanfänger gehen”, sagte Pinkwart. Für jeden zusätzlichen Studienanfänger erhält eine Hochschule 20.000 Euro, für einen Medizin-Studienplatz 52.000. Damit werde auch auf den hohen Bedarf an Allgemeinmedizinern in Deutschland reagiert, erläuterte der Minister.

Der GEW-Landesvorsitzende Andreas Meyer-Lauber warf Pinkwart vor, mit unseriösen Zahlen zu operieren. Schon jetzt fehlten über 15.000 Studienplätze und an vielen Hochschulen seien „ganze Studiengänge durch harte NCs blockiert”. Auch SPD und Grüne warfen Pinkwart vor, zu wenig Plätze für alle Studierwilligen vorzuhalten. Die wachsende Lücke könne der Minister mit seinen Planungen nicht schließen.

Ende März sollen verbindliche Zahlen genannt werden, welche Hochschule ab 2011 wie viele Studienanfänger zusätzlich aufnimmt. Schon Anfang März sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Studienorganisation vorgestellt werden. Hierzu würden derzeit alle Studiengänge auf unnötige Anwesenheitslisten, Prüfungsdichte und zu volle Lehrpläne überprüft.

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