Forscher können es auch mal richtig krachen lassen

Von: Daniel Gerhards
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Hexenküche im Karman-Autitorium: Ein Physiker zauberte mit Stickstoff und Keramik. Foto: Daniel Gerhards

Aachen. Universitäre Bildung und Forschung sind für Außenstehende oft schwer zu verstehen. Meist arbeiten die Wissenschaftler hinter verschlossenen Türen.

Die RWTH Aachen gab am Freitag bei der Wissenschaftsnacht einen Einblick in die Forschung und die Lehre ihrer klugen Köpfe. Dabei wurden die wissenschaftlichen Inhalte so anschaulich gemacht, dass sie jeder verstehen konnte.

Im Kármán-Auditorium, im SuperC und einigen umliegenden Unigebäuden zeigten Naturwissenschaftler, Ingenieure und Geisteswissenschaftler, wie spannend ihre Arbeitsfelder sind. Zu den Vorführungen, Experimenten und Vorträgen kamen mehr als 5000 Besucher. Darunter waren viele Studenten und Familien, aber auch einige Rentner oder Erwachsene, die vor einigen Jahren noch selber an der RWTH lernten. Zum Rahmenprogramm zählten auch Filmvorführungen, Theater und Musik. Insgesamt standen mehr als 40 Programmpunkte an.

Schall, elektrische Hochspannung und Magnetfelder

Beim Physiker-Jahrmarkt zeigten junge Wissenschaftler spannende Versuche mit Schall, elektrischer Hochspannung und Magnetfeldern. Auf dem Flur des Kármán-Auditoriums hatte Viktor Geringer ein Stück Keramik und einen Magneten in einem kleinen Gefäß platziert. Dann gab er flüssigen Stickstoff in das Gefäß. „Die Keramik wird durch sehr tiefe Temperaturen zum Superleiter”, erklärte Geringer. Nun staunten die Zuschauer nicht schlecht.

Im Qualm des Stickstoffs entstand durch den Magneten Spannung und der Superleiter stieß den kleinen Magneten ab. Es gibt nur eine einzige Stelle, auf der der Magnet ruhig liegenbleiben kann. „Diese Technik wird auch bei Kernspintomografen eingesetzt”, erklärte der Physiker. Mit Versuchen wie diesen gelang es, die Besucher zu begeistern. „Sehr viele Leute bleiben stehen und gucken sich alles an. Auch die Kinder stellen schlaue Fragen. Die machen sich richtig viele Gedanken darüber”, so Geringer.

Science Slam

Währenddessen wurde in einem der angrenzenden Hörsäle der „Science Slam” ausgetragen. Bei dem Wettbewerb traten junge Wissenschaftler gegeneinander an. Die beste Darbietung wurde von einer Jury gekürt. Am Ende überzeugte ein Geisteswissenschaftler Publikum und Jury mit seiner Idee der vereinfachten Kommunikation über gesteigerte und präzise Gestik.

Diesen Wettstreit sah sich auch Karina Berenzen an. Von den vielen Besuchern und dem großen Angebot war die 29-jährige Studentin ein wenig überwältigt. „Ich bin heute zum ersten Mal hier. Es gibt hier so viele Dinge, die mich interessieren, das kann ich mir gar nicht alles ansehen.” Überzeugt war sie von der guten Mischung aus Unterhaltung und Wissenschaft. „Man bekommt von beidem etwas. Das ist richtig klasse.”

Diesen Spagat schaffte auch das Team der ARD-Sendung „Kopfball”. Die Moderatoren erklärten vor dem vollbesetzten Hörsaal physikalische Phänomene auf spielerische Art und Weise. Sie ließen Gas explodieren und schossen Raketen ab.

Während der Wissenschaftsnacht eröffnete der ehemalige Rektor der RWTH, Professor Burkhard Rauhut, eine Fotoausstellung mit dem Titel „GUtech - RWTHs orientalische Tochter”. Die „German University of Technologie” ist seit 2007 der Ableger der RWTH im Sultanat Oman. Die beeindruckenden Bilder zeigen Natur, Menschen und Städte. So etwa die riesige Sultan Qaboos-Moschee, eine traditionelle Familie mit ihrem Lastesel oder arabische Architekturstudenten beim Lernen in der Universität. Die Fotografien sind noch bis Freitag, 26. November, im Kármán-Auditorium zu sehen.
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