FH-Schnuppertag ist ein echter „HIT”

Von: Peter Motz
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„Aixtreme Racing”: Aachener Studenten haben einen Flitzer entwickelt, in dem sie sich mit anderen Unis messen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Eingang warten die coolen Jungs. Lässig präsentieren sie ihren tiefliegenden Boliden. „Von null auf hundert in vier Sekunden”, schwärmen sie. Nicht nur die Mädels sind beeindruckt. Aus ein paar Metern Entfernung beobachtet ein netter, bärtiger Herr das Schauspiel.

Als Rektor ist er hier quasi der Erziehungsberechtigte. Und als solcher lächelt er zufrieden. Denn sein Hochschul-Informationstag der FH Aachen ist das, was die Abkürzung verspricht: ein „HIT”.

Scharen von Schülern wollen sehen, was man in der Fachhochschule so alles lernen kann. Wie wäre es mit Karosserietechnik und Fahrzeugintegration? Michael Roeske kann dies nur empfehlen. Er ist Mitglied des „Aixtreme Racing”-Teams. Hierin entwerfen und bauen Studierende rasante Flitzer. In der Rennserie „Formula Student” messen sie sich dann mit Uni-Teams aus anderen Städten.

Auch ihr „Chef”, Professor Marcus Baumann, ist flott bei der Sache. Dass er heute eher im Schneckentempo voran kommt, bestätigt das nur. Beim Gang durchs Foyer freut sich Meter für Meter ein anderer Gesprächspartner auf einen Plausch mit dem neuen Rektor. Gerade ein halbes Jahr im Amt, sagt Baumann: „Ich glaube, dass ich der FH schon meinen Stempel aufgedrückt habe.” Als „motivierend und offen” umschreibt er seinen Führungsstil. In der Tat: Motivation ist an jedem Infostand der zehn Fachbereiche zu spüren.

Kein Wunder, denn die Institute haben Spannendes zu zeigen: Raumfahrttechniker Engelbert Plescher sorgt mit „compass one” für Staunen. Studierende haben diesen Zauberwürfel gebaut und ihn 2008 von einer indischen Rakete ins All schießen lassen. Seither sendet der Satellit. Um Sender ganz anderer Art geht es bei Professor Jürgen Lohr. In seinen Multimedia-Laboren wird zum Beispiel die Zukunft des Fernsehens im Internet entworfen - oder Fangarbeit erforscht: Eine dreidimensionale Torwartanalyse entsteht in Partnerschaft mit Borussia Mönchengladbach.

Der Besucher hätte eher einen hiesigen Zweitligisten vermutet, spart sich aber die Nachfrage. Der Keeper ist schließlich nicht der Grund schwarz-gelber Schwierigkeiten. Mittel für den Ausbau der Nachwuchsförderung wiederum stehen der FH zur Verfügung. Fünf neue Studiengänge, 500 neue Studienplätze werden mit Unterstützung des Landes geschaffen. Zum Wintersemester soll es so weit sein, nennt Baumann einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Vieles drehe sich zudem um Aufbau und Pflege von Netzwerken.

Wie diese in der Praxis aussehen, erklären die Produktdesign-Studentinnen Judith Alich und Marlene Swiecznik. In Kooperation mit Bauingenieuren der RWTH gestalten sie derzeit Freiluftmöbel. Man darf große Gebrauchskunst erwarten. Ihre jüngsten Arbeiten wurden vor zwei Monaten im Ludwig Forum ausgestellt. Es handelte sich um sehr schicke Stühle.

Freie Sitze sind in den Hörsälen am Informationstag kaum zu finden. Stolze 3200 Besucher zählt Organisatorin Katharina Roderburg. Die Zahl gefällt der Referentin des Rektors und Leiterin des FH-Event-Managements. Gefallen finden auch die Schüler: am Fachhochschulstudium. Seda Soyer ist mit ihrer Freundin aus Stolberg gekommen. Bircan Bardak studiert hier bereits BWL. Berufskolleg-Schülerin Seda Soyer kann’s nach dem Schnuppertag kaum erwarten, es ihr gleichzutun: „Ich würde am liebsten direkt anfangen!”
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