Aachen - FH Aachen: Bis 2012 entsteht „Kompetenzzentrum Mobilität”

FH Aachen: Bis 2012 entsteht „Kompetenzzentrum Mobilität”

Von: Saskia Zimmer
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Wollen mit dem „Kompetenzzentrum Mobilität” Gas geben und Weichen für die Zukunft stellen: Die Professoren der Fachhochschule Aachen (von links) Thilo Röth, Thomas Esch, Ludger Knepper, Holger Heuermann, Elmar Engels und Manfred Enning. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Fachhochschule Aachen gibt Gas. Um mit dem rasanten Tempo des Fortschritts mithalten zu können. Und - noch viel entscheidener - ihn mitgestalten zu können. Die Weichen dafür sollen im neuen „Kompetenzzentrum Mobilität” gestellt werden - und das im Wortsinne.

Denn in dem Gebäude, das in den nächsten zwei Jahren an der Ecke Hohenstaufenallee/Mariabrunnstraße entstehen soll, wird sich alles um Fortbewegung drehen. Um den Verkehr in der Luft, auf der Straße und eben auf der Schiene.

Drei neue Studiengänge

Auf fast 5000 Quadratmetern Nutzfläche finden sich dann die Fachbereiche Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau und Mechatronik sowie Elektrotechnik und Informationstechnik mit ihrem jeweiligen Schwerpunkt „Mobilität” unter einem Dach zusammen. Im Wintersemester 2012/2013 sollen die ersten Studenten die neue Lehr- und Forschungsstätte mit Leben füllen. Und Professor Thomas Esch, Prodekan des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik, sieht die FH damit „für die nächsten 20 bis 30 Jahre als ausgesprochen zukunftsfähig aufgestellt”.

Zusammenarbeit über Fächergrenzen hinweg ist das Credo. In direkter Nähe können Know-how ausgetauscht und Kompetenzen erweitert werden. „Das Kompetenzzentrum soll ein Brainpool sein, eine Basis für interdisziplinäre Forschungsobjekte”, erklärt Professor Thilo Röth vom Lehr- und Forschungsgebiet Karosserietechnik/Fahrzeugintegration die Idee dahinter. Vernetztes Arbeiten und ständige Kommunikation statt isoliertes Vor-sich-hin-Tüfteln also.

Wenn Röth und Esch gemeinsam mit ihren Kollegen über das Kompetenzzentrum sprechen, dann sind sie schnell kaum mehr zu bremsen. Da fallen Ausdrücke wie „einzigartig”, „innovativ” und „hochmodern”. Besonders freuen sich die Wissenschaftler im Zuge des Neubaus auch die drei neuen Bachelor-Studiengänge Schienenfahrzeugtechnik, Fahrzeugelektronik und Fahrzeugantriebstechnik anbieten zu können.

Und das schon ab dem kommenden Wintersemester. „Wir hoffen, so den Bedarf der Gesellschaft bedienen zu können. Die Wirtschaft schreit nach hoch qualifizierten Ingenieuren”, sagt Professor Holger Heuermann vom Institut für Elektro- und Informationstechnik. Er ist mitverantwortlich für die Gründung des Bereichs Fahrzeugelektronik. Seine fertigen Studenten gehen schon jetzt „weg wie warme Semmel”, und die Nachfrage werde immer größer.

500 neue Studienplätze

Dass mit dem Kompetenzzentrum 500 neue Studienplätze geschaffen werden sollen, versprach FH-Rektor Marcus Baumann schon vor einem halben Jahr. Das natürlich auch vor dem Hintergrund, den doppelten Abiturjahrgang von 2013 auffangen zu können. Insgesamt würden dann 3500 Studenten im Bereich Mobilität an der FH ausgebildet. Und rund 100 Studenten pro Jahr werden sich für die drei neuen Studiengänge einschreiben können. Und schließlich werden auch neun zusätzliche Professuren an der FH eingerichtet. Neue Masterstudiengänge sind außerdem geplant.

Möglich macht das Ganze ein Projekt des Landes NRW, das innovative Studiengänge fördert. Die FH bewarb sich im Bereich „Mobilität” und bekam den Zuschlag. Esch: „Seit Jahrzehnten wird endlich mal wieder in den Hochschulausbau investiert.” So steckt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW allein 40 Millionen Euro - darauf belaufen sich zumindest die Planungskosten - in den Bau des Kompetenzzentrums. Neben vier großen Hörsälen und mehreren Seminarräumen bietet der Neubau vor allem großzügige und moderne Werkstätten.

Ein Umstand, der den Bahnsystemtechniker Dr. Manfred Enning ins Schwärmen bringt. „In einem 200 Quadratmeter großen Labor können wir eine Lokomotive in ihre Einzelteile zerlegen und untersuchen.” Die Vorfreude auf „loco in a lab”, wie diese Werkstatt heißen soll, ist ihm dabei wahrlich anzusehen. Und bei den Elektrotechnikern herrscht nicht weniger Spannung auf die neue Ausstattung. Eine befahrbare, sogenannte EMV-Halle steht ihnen ab 2012 zur Verfügung. Diese ist funktechnisch vollständig von der Außenwelt abgeschirmt, und in ihr kann beispielsweise Fahrzeugelektronik auf elektromagnetische Verträglichkeit getestet werden.

Zum einen soll das Kompetenzzentrum so zu einem „Aushängeschild” der FH werden, wie es sich Esch wünscht. Auch um die Zusammenarbeit mit Experten aus der Industrie und die Kooperation mit regionalen und internationalen Unternehmen zu stärken. Zum anderen aber soll die FH aber auch nach innen gestärkt werden. Es wird die Hoffnung gehegt, dass mit einer großen Mensa und Cafeteria im Gebäude das Kompetenzzentrum zum „Herzstück” der FH wird.

„In jedem Fall ist das alles eine ganz schön spannende Kiste”, sagt Röth. Querdenken, ausprobieren, neue Wege gehen - das will der Automobiltechniker. Die Weichen dafür soll das „Komptenzzentrum Mobilität” stellen.

Kubus soll Herzstück des neuen FH-Campus werden

Im Herbst 2009 fiel die Entschiedung darüber, welche Form das Kompetenzzentrum Mobilität annehmen wird. Der Realisierungswettbewerb, den der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW für den Bau ins Leben gerufen hatte, ging im September zu Ende.

Die Jury entschied sich für den Entwurf des New Yorker Architekturbüros Studio MDA. Dieser sieht auf dem Gelände Hohenstauffenallee/Ecke Mariabrunnstraße einen in die Landschaft integrierten Sockel mit einem darüber schwebenden Kubus vor.

Besonders im Bereich des interdisziplinären Austauschs konnte das Modell punkten. Durch großzügige Kommunikationsfläche und ein großes Atrium soll eine offene Arbeitsatmosphäre geschaffen werden. Außerdem sind die einzelnen Fachbereiche im Gebäude nicht voneinander getrennt.

Das Architektenteam beschreibt seinen Entwurf selbst als „wegweisende Symbiose zwischen Natur und Technik, Funktionalität, dynamischer Form und der städtebaulichen Umgebung”.
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