Erste deutsche Hochschule gibt sich einen Gender Kodex

Von: dapd
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Konstanz. Erstmals in Deutschland hat sich eine Hochschule dem „Grundgesetz” der Geschlechtergerechtigkeit verschrieben. Die Universität Konstanz in Baden-Württemberg will sämtliche Bereiche wie Forschung, Lehre, Personalrekrutierung oder Finanzmanagement durchgängig geschlechtergerecht und familienfreundlich gestalten.

Dafür hat sich die Uni nach eigenen Angaben einen sogenannten Gender Kodex gegeben. Die zehn Leitsätze bilden nach Universitätsangaben eine Richtlinie für alle Entscheidungen der Universitätsgremien. „Der Gender Kodex ist ein Signal, das nach innen und nach außen wirken soll”, sagte Marion Woelki, Leiterin des Referats für Gleichstellung und Familienförderung der Universität Konstanz.

Keine kontraproduktiven Entscheidungen

Der Gender Kodex war im November 2010 vom Rektorat der Universität Konstanz und den Dekanen ihrer drei Sektionen verabschiedet worden. Alle Entscheidungen, die relevant für die Strukturentwicklung der Universität seien, würden nunmehr auf Gleichstellungsverträglichkeit und Geschlechtergerechtigkeit hin geprüft, erläuterte Doris Hayn, Referentin für Gender Mainstreaming der Universität Konstanz. „Langfristig vermeidet die Universität damit Entscheidungen, die kontraproduktive Wirkungen für Frauen oder für Männer haben und die neue Ungerechtigkeiten produzieren könnten.”

Anfragen anderer Hochschulen zur Übernahme des Gender Kodex gibt es laut Hayn nicht. Allerdings stellte sie klar, dass eine direkte Nachahmung des Konstanzer Modells ihrer Ansicht nach nicht funktioniere. „Der Kodex an sich ist nachahmenswert. Aber man muss das Richtige für die eigene Organisation machen”, sagte sie. Eine Hochschule mit einer medizinischen Fakultät müsste beispielsweise einen entsprechenden Passus ergänzen.
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