Aachen - Einfamilienhäuser: Die Nachfrage bleibt groß

Einfamilienhäuser: Die Nachfrage bleibt groß

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
Einfamilienhäuser trotz Krise gefragt
In einem Neubaugebiet wird an einem Haus gebaut.

Aachen. Der erste Spaten wurde bereits vor einem halben Jahr symbolisch in den Boden gerammt, inzwischen wird auf Melaten kräftig gerodet, bald auch gebaut: Der RWTH-Campus nimmt Formen an.

Und mit jedem Baufortschritt wird eine Frage immer dringlicher: Wo sollen die Menschen mit ihren Familien wohnen, die in den kommenden Jahren einen Job auf dem Campus bekommen?

10.000 Arbeitsplätze sollen über die Jahre entstehen, das Milliardenprojekt soll als Magnet viele Menschen neu in die Region ziehen.

„Wenn die Nachfrage steigt, müssen neue Baugebiete ausgewiesen werden”, sagt Franz Jansen, Geschäftsführer der Immobilien-Gesellschaft der Sparkasse Aachen (S-Immo). Während sich in Kommunen wie Würselen etwa mit dem Gebiet Mauerfeldchen am Kaninsberg oder in Alsdorf und Roetgen schon einiges bewege, vermisst Sparkassen-Vorstand Norbert Laufs derzeit solch eine Betriebsamkeit in Aachen.

Wobei er ein zentrales Problem kennt: Es gibt kaum noch Flächen für die benötigten Baugebiete. Generell gelte es für alle städteregionalen Kommunen, sich beizeiten aufzustellen, damit Bau- und Kaufwillige nicht ins benachbarte Ausland abwandern, sagt Jansen: „Denn in den Niederlanden und in Belgien tut sich viel, um den Menschen, die künftig auf Melaten oder am Westbahnhof arbeiten, gute Immobilien zur Verfügung zu stellen.”

Während der Campus noch Zukunftsmusik ist, berichtet Jansen in der Gegenwart von einer ungebrochenen Nachfrage nach soliden Mietobjekten zur Geldanlage und nach Einfamilienhäusern. In weltwirtschaftlich unsicheren Zeiten wird weiterhin stark in „Betongold” investiert.

Die Halbjahreszahlen des Marktführers liegen exakt bei denen des Vorjahreszeitraumes. Und das Jahr 2009 bescherte der S-Immo mit 563 vermittelten Objekten und einem Kaufpreisvolumen von 90 Millionen Euro Zuwachsraten von 20,5 respektive 28,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008.

Jansen: „Der Boom hält an. Ich glaube nicht, dass es derzeit eine Blase ist.” Wobei es städteregional einen uneinheitlichen Immobilienmarkt mit einem Stadt-Land-Gefälle gebe. „In Aachen und seinem Speckgürtel übersteigt die Nachfrage das Angebot, was steigende Preise mit sich bringt. In ländlich strukturierten Gebieten verzeichnen wir ein eher ausgeglichenes Verhältnis. Teilweise gehen die Preise sogar zurück.”

Urbanes Wohnen

Zudem beobachtet Jansen eine verstärkte Tendenz zum urbanen Wohnen. Waren vor einigen Jahren noch Lagen im Grünen außerhalb Aachens gefragt, sei dies derzeit kaum noch der Fall. So sei die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Baugrundstücken in Aachen „wahnsinnig hoch”.

Im weiteren Umland bauten oder kauften indes fast nur noch Ortsansässige. Lediglich Lagen mit guter Infrastruktur etwa direktem Anschluss an eine Autobahn würden wie das Baugebiet „Müschekamp” in Alsdorf ausscheren. „Von da aus ist man eben schneller in Aachen als etwa von Monschau aus”, sagt Jansen, der es wissen muss. Schließlich wohnt er dort.
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