Ein Ausweis als Lizenz zum Sparen: Wie Studenten günstig reisen

Von: Verena Wolff, dpa
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In den Semesterferien erst mal raus aus der Uni und rein in den Urlaub? Studenten sollten zwar einen Monat lang den Kopf frei kriegen, die restliche Zeit aber zum Einlesen nutzen. Foto: dpa

Berlin/Frankfurt/Main. Karin Kröger hat ihre Sachen gepackt und fährt durch die USA - kreuz und quer. Die 26 Jahre alte Studentin hat ein Studienjahr in Santa Barbara in Kalifornien hinter sich und jetzt nur noch ein Ziel: „So viel wie möglich vom Land sehen.”

Drei Wochen, so sagt sie, seien das Minimum - je länger, je besser. Doch es kommt natürlich nicht nur auf die Reiselust an, sondern auch auf das Budget - und das ist gerade bei Studenten oder Auszubildenden oft begrenzt. Das jedoch muss für junge Leute weder im Ausland noch in Deutschland ein Hinderungsgrund sein: „Es gibt zahlreiche Angebote in fast allen Bereichen, in denen Studenten von ihrem Status profitieren können”, erklärt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk in Berlin.

Das betrifft sowohl das Reisen selbst - also zum Beispiel Fahrkarten, Tickets und Transfers - als auch Angebote am Urlaubsort: „Studenten bekommen oft in kulturellen Einrichtungen wie Kinos, Theater oder Museen ermäßigte Eintrittspreise, sogar in der Gastronomie gibt es mitunter Studi-Tickets”, sagt Grob.

Wer ins Ausland reist, fährt oft gut, wenn er ein paar Euro in den Internationalen Studentenausweis (International Student Identity Card, ISIC) investiert. Diese Karte ist in vielen Ländern bekannt: „Sie ermöglicht den Reisenden mehr als 40.000 Vorteile und Vergünstigungen in 110 Ländern weltweit”, sagt Katharina Volk, Sprecherin des Studenten-Reisebüros STA Travel in Frankfurt. Dazu gehören Übernachtungen, Restaurants oder Eintrittskarten, bei denen Studenten Rabatte von bis zu 70 Prozent herausholen können.

Entstanden ist die Idee der günstigen Studentenreisen 1971 in Australien, wo die Studentenschaft die „AUS Student Travel” gründete. Acht Jahre später ging daraus STA Travel hervor, später kamen Büros auf der ganzen Welt hinzu. „In Deutschland existiert STA Travel seit 1989, hervorgegangen aus dem Studentischen Reise- und Informationsdienst”, erklärt die Sprecherin.

Aber nicht nur die meist campusnahen Reisebüros sind Anlaufpunkt für Studenten - auch die Webseite des Unternehmens ist zur Buchungs- und Informationszentrale für nahezu alle Ziele in der Welt geworden. Doch wie immer lohnt sich der genaue Vergleich - und in Zeiten des Internets ist es gerade für USA- oder Australien-Reisende nicht schwierig, sich einen Überblick über Angebote von Billigfliegern oder Hostels zu verschaffen. Diese Erfahrung hat auch die deutsche Studentin Karin Kröger gemacht: „In den USA ist vor allem das Frühbuchen wichtig, nach Möglichkeit über das Internet”, rät sie.

Bei Busfahrten, etwa mit der Überlandgesellschaft Greyhound, seien mindestens zwei Wochen Vorlauf empfehlenswert, bei Flügen sogar mehr. Gerade in den USA aber steckt der Teufel oft im Detail: „Bei vielen Fluggesellschaften muss man extra für jedes Gepäckstück bezahlen, auch gibt es an Bord nur Essen zu kaufen”, erzählt Karin Kröger.

Ein weiteres teures Vergnügen kann die Anmietung eines Autos werden - vor allem dann, wenn man noch nicht 25 Jahre alt ist. Der Anbieter holidayautos.de in München schlüsselt die Kosten und die Leistungen auf: „Für zahlreiche Länder gibt es Leistungspakete für Fahrer unter 25, denn bei einer Buchung vor Ort können durchaus hohe Gebühren für junge Fahrer anfallen”, sagt Sprecherin Alexandra Rieck.

Sie empfiehlt, sich nicht von billigen Angeboten blenden zu lassen, sondern zu vergleichen: „Oft stellt sich ein etwas teureres Angebot als günstiger heraus, weil einzelne Leistungen bereits enthalten sind, die sonst extra berechnet werden und die Urlaubskasse empfindlich belasten können.”

Abhängig seien die „underage fees” von Reiseziel und Vermieter: „Die Anbieter gehen bei jungen Leuten von weniger Fahrerfahrung aus. Und da hier Autovermieter wie Versicherer agieren, liegen den Extragebühren Schadenstabellen zugrunde, die die Schadenshäufigkeit und -höhe in Relation zum Alter des Fahrers betrachten”, erklärt Rieck.

Dieses Problem entfällt bei Reisenden, die sich in Deutschland fürs Autofahren entscheiden. Christiane Müller etwa zieht die Mitfahrzentralen dem Zug vor: „Das ist immer billiger, und man verpasst die Anschlüsse nicht”, sagt die 22 Jahre alte Studentin. Haken und Vorteil gleichermaßen: Man muss spontan sein, denn viele Fahrer stellen ihre Angebote erst wenige Tage vor Abfahrt ins Web.

Die Kontaktaufnahme ist einfach - ebenso der Anhaltspunkt für den Preis: „Man fragt über Internet oder Handy an, fertig.” Fünf Euro pro 100 Kilometer hätten sich als Kurs herauskristallisiert, sagt sie - aber das ist abhängig von Fahrer, Strecke und der Zahl der Mitfahrer. Gerade im Vergleich zur Bahn seien die Preise aber so günstig, dass das Verhandeln eine Ausnahme sei.

Die Bahn hält nach wie vor für die Zielgruppe Studenten keine eigenen Angebote bereit - schließlich gebe es mit Dauer-Special und Länder-Tickets sowie verschiedenen Pässen für die Jugend bis 26 ausreichend Angebote, so ein Bahnsprecher. Zudem könnten Studenten mit ihrem gültigen Ausweis BahnCards zu ermäßigten Preisen kaufen.
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