Die heimlichen Stars sind die Busfahrer

Von: Merle Tilk
Letzte Aktualisierung:
shuttlebildgroß
Abfeiern mit Starkbier: Im „Guinness House” gab´s handgemachten Folkrock mit dem „Duo Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Links, rechts” schallt es von hinten zum Busfahrer. Der zögert nicht, grinst und schlägt ein: Erst nach links, dann nach rechts. Die Passagiere toben.

„Ein Hoch auf unseren Busfahrer” - sofort wird ein Loblied angestimmt. Zum fünften Mal schon dreht Busfahrer Faik seine Runden auf der 27. Aachener Shuttle Party. Angst, dass man ihm den Bus „auseinandernimmt”, hat er nicht. „Die Leute sind alle fröhlich”, freut er sich. Dabei hat er dieses Mal besonders viel zu tun, um die Shuttler von einer Location zur nächsten zu bringen.

Mit 17 Clubs, die ihre Türen zum Semesterauftakt öffnen, haben die Feiernden die Qual der Wahl. „So viele gab es in den letzten Jahren nicht”, erklärt Organisatorin Maiken Wetzels. Doch scheint sich eine Gruppe von „Erstis” davon nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. „Wir nehmen alles mit, was geht”, ruft Sven auf dem Weg ins „Napoleon”. Für fünf Euro sollte für jeden etwas dabei sein: Ob klassisch zu 80er- und 90er-Hits im Apollo tanzen, zu House in der Bar Monoheidi oder zu Rock, Punk und Ska im Nightlife - die Liste ließe sich beliebig weiterführen (Aoxomoxoa, B9, Café Madrid, Labyrinth, Sowiso, Tanzpalast, Tijuana). Ganz neu oder mit neuem Anstrich dabei sind das Hotel Europa, Chico Mendes und das New Water. Mit Balkanmusik begeistern im ehemaligen Parkside das „Mario Triska Trio”, während die Rockparty ein Durchkommen im New Water unmöglich erscheinen lässt. Weiter geht es zum Musikbunker. Die Coverbands „Duo Lger” im Guinness House und „JustOneMore” und „Tideline” im Chico Mendes haben ihr musikalisches Können schon unter Beweis gestellt.

Kommentare wie „Das war die beste Band der Welt” erklingen aus der Menge vor dem Musikbunker. Sie lassen erahnen, dass die Live-Acts der Bands „Das Pack” sowie „Testsieger”, gefolgt von den Norwegern „Major Parkinson”, ihr Publikum ebenso begeistern.

„Jeder macht mit. Es ist Kult, es ist einfach ein Muss”, erklärt Matthias, Student und langjähriger Shuttler. Und tatsächlich lassen Schlange für Schlange, Bus um Bus erahnen, dass sich an diesem Abend rund 9000 Besucher die traditionelle mobile Fete nicht entgehen lassen. „Es ist ein bisschen voll, aber man hat uns ja vorgewarnt”, resümieren die Studienanfängerinnen Anna und Vera ihre ersten Shuttle-Erfahrungen.

Dennoch sei das Feedback durchweg positiv, zieht Wetzels schließlich eine Bilanz. Und auch der nächste Busfahrer blickt wehmütig auf das nächtliche Geschehen. „Ich würde jetzt auch gerne feiern”, erklärt er, bevor er sich zum nächsten Karnevalslied hinreißen lässt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert